Immer wieder gibt es Versuche Führung mithilfe von Werkzeugen, Verhaltensregeln oder systematischen Abläufen zu verbessern. Management 3.0 ist dabei gerade das aktuelle Schlagwort, hinter dem nicht wenige den heiligen Gral der Führungskräfte vermuten.

Tatsächlich verbergen sich hinter diesem Begriff eine Sammlung aus bekannten Tools, die aktualisiert, überarbeitet und neu präsentiert wurden. Nicht schlecht – aber ist das die Lösung? Macht so eine Sammlung von Werkzeugen und systematischen Abläufen den Unterschied zwischen einer guten und einer mittelmäßigen Führungskraft? Merke: „a fool with a tool stays a fool“.

Führung braucht zuallererst einmal Köpfe – keine Werkzeuge! Führung ist eine Frage von Haltung und Charakter. Mitarbeiter würden Ihren Chef niemals über die angewendeten Methoden beurteilen – sondern immer über seine Haltung, seine Art der Interaktion, seinen Charakter. Ein Fußballtrainer musste noch nie seinen Posten räumen, weil seine Methoden nicht die richtigen waren. „Er erreicht die Mannschaft nicht mehr“, heißt es hier fast immer und meint, dass seine Persönlichkeit, seine Haltung, sein Charakter von der Mannschaft nicht angenommen werden. Das Ergebnis ist, dass die Mannschaft „gegen den Trainer spielt“. Solange, bis der ausgewechselt wird.

Es gibt keine belastbaren Untersuchungen, die zeigen, dass bestimmte Führungsstile erfolgreicher sind als andere. Nachweislich ist aber der Unternehmenserfolg von der Integrität der führenden Personen abhängig. Haltung also – keine Werkzeuge.

Wer erfolgreich führen will, der sollte nicht damit beginnen seinen Werkzeugkoffer zu öffnen um in der Folge seine Mitarbeiter mit unterschiedlichsten Methoden, Techniken und Systemen zu malträtieren – ohne Sie wirklich zu erreichen. Vielmehr sollte er bei sich selbst anfangen – seine Haltung und sein Verhältnis zur Mannschaft ordnen und korrigieren. Die wird es ihm danken und einen Sieg nach dem anderen einfahren.

Führung und Management heute