Täuscht der Eindruck oder sind uns die USA und China um Lichtjahre voraus, wenn es um die praxistaugliche Hochschulausbildung geht?

„Die jungen Leute kommen mit einem Bachelor von den Universitäten und in der Wirtschaft ist nicht wirklich etwas mit Ihnen anzufangen. Warum wird an den Hochschulen gefühlt so praxisfremd doziert?“ Solche und ähnliche Aussagen hört Dr. Monika V. Kronbügel immer wieder im Gespräch mit verantwortlichen Managern in Europa. Die Antwort ist eigentlich galaktisch einfach:

Man stelle sich die jeweilige Bildungswelt wie 3 Universen vor. Im Europäischen haben wir im Zentrum die Universitäten und als deren Trabant die Regierung bzw. das Bildungsministerium. In wesentlich weiterer Entfernung kreisen dann die Wirtschaft und soziale Organisationen sog. NGOs. Der direkte Einfluss ist also die Bildungspolitik, ebenso theoretisch, wie die wissenschaftlichen Grundlagen an unseren Hochschulen.

Schauen wir uns nun das US-Amerikanische Universium an, dann haben wir ein ganz anderes Bild. Da ist der Trabant um die Universitäten die Wirtschaft, in unmittelbarer Nähe kreisen die NGOs und die Regierung kreist auf der Umlaufbahn, auf der in Europa die Wirtschaft unterwegs ist. Wirtschaft und Wissenschaft haben hier also einen Schulterschluss gebildet und die Universitäten sind immer hochaktuell darüber informiert, was die Wirtschaft gerade benötigt.

Soweit so gut werden Sie sagen – ist verstanden. Aber China? Dort hat doch die Regierung über alles die volle Kontrolle bis hinein in den privaten Bereich. Sicher ist doch dort der Einfluss auf das Bildungssystem mindestens so stark wie bei uns?

„Das ist völlig richtig“, bestätigt Dr. Monika V. Kronbügel, „allerdings besteht im Chinesischen Universum kein nennenswerter Unterschied zwischen den Akteuren in der Regierung und der Wirtschaft. Beide teilen sich den Trabanten um die Universitäten und NGOs spielen kaum eine wirkliche Rolle auf der äußeren Umlaufbahn.“

Wenn wir in Europa also zukünftig wettbewerbsfähig bleiben wollen, sollten wir uns an den erfolgreichen Systemen orientieren und die Umlaufbahnen der beteiligten Akteure neu ordnen. Duale Studienformate und der Ansatz der privaten Hochschulen, die wesentlich dichter an der Wirtschaft sind, weisen den richtigen Weg.

Praxisnähe mit Global DiVision