… mag sich der ein oder andere schon mal nach einer Begegnung mit dem Chef gedacht haben. Dass Genie und Wahnsinn recht dicht neben einander liegen, ist ja bereits sprichwörtlich. Dass aber auch die Eigenschaften eines erfolgreichen Managers in vielen Bereichen nahezu deckungsgleich mit denen ausgewachsener Psychopathen sind, mag für viele neu sein. Auch wenn Sie es vielleicht schon öfter vermutet haben …

Nun ist es tatsächlich so, dass eine ganze Reihe von Eigenschaften, die man bei einem Psychopathen findet, für einen erfolgreichen Manager geradezu notwendig sind. So sollte der Manager z. B. extrovertiert, enthusiastisch und selbstbewusst sein. Wie sonst sollte er seine Mitarbeiter motivieren und mitreißen?

Dass dabei die Grenzen sehr schmal sind, und aus Selbstbewusstsein Selbstüberschätzung wird, aus Einfluss Manipulation und aus visionärem Denken Größenwahn, macht die Sache so gefährlich und für die betroffenen Mitarbeiter oft zu einer auf Dauer unerträglichen Situation.

Wie aber geht man mit so einem Chef um? Zunächst mal gilt es, die Sache nicht persönlich zu nehmen. Dabei hilft möglicherweise die Sichtweise, es eben mit einem Psychopathen zu tun zu haben. Am Ende aber bleiben drei Möglichkeiten, so Dr. Monika V. Kronbügel: „Love it, change it or leave it.“

Die Situation verlassen (leave it). Die Flucht nach vorn ist der vermeintlich leichteste Weg, birgt aber auch die größten Risiken. Wägen Sie so eine Entscheidung sorgfältig ab. Sonst kommen Sie vom Regen in die Traufe.

Die Situation ändern (change it). Das wäre natürlich die ideale Lösung – ist aber auch der steinigste Weg. „Gelingen kann das nur, wenn der Vorgesetzte zu konstruktiver Kritik fähig ist“, sagt Frau Dr. Monika V. Kronbügel. Möglich wäre auch der Weg „eine Etage höher“ zu gehen, im Idealfall zusammen mit anderen Betroffenen.

Die Situation lieben lernen (love it). Das ist sicher die umstrittenste Variante und ergibt nur Sinn, wenn Sie ein ausreichend dickes Fell haben und die anderen Optionen nicht möglich oder nicht erfolgreich waren. Im Kern geht es darum, den Untergang des Chefs live mitzuerleben – denn nachhaltig ist so ein Verhalten natürlich nicht und nur eine Frage der Zeit, bis er ersetzt wird.

Wie wir Sie bei Ihrer Entscheidung unterstützen können…