Nachdem wir uns letzte Woche mit dem „Was“ und „Warum“ beschäftigt haben, soll es jetzt um das „Wie“ und „Wofür“ gehen.

Tipps für die schnelle Umsetzung
Das Konzept des Agilen Arbeiten kann nicht von heute auf morgen im gesamten Unternehmen eingeführt werden. Es eignet sich jedoch hervorragend, um in kleinen Einheiten oder Prozessen als Pilot eingeführt und dann schrittweise ausgebaut zu werden:

  1. Kommunikation: In einem Stand-Up Meeting werden täglich in maximal einer Viertelstunde die Aufgaben des Tages besprochen. Was liegt heute an, was wird für die Umsetzung benötigt, wer kann wen unterstützen.
  2. Transparenz: An einer zentralen Stelle wird für jeden sichtbar und nachvollziehbar der Fortschritt des Projektes dargestellt. Alle Aufgaben werden auf Post-It notiert und in Spalten „To do“, „In Arbeit“ und „Erledigt“ sortiert. Jede Aufgabe ist einem Teammitglied zugeordnet. Wer seinen Teil erledigt hat unterstützt die anderen.
  3. Feedback: In einem Teammeeting alle zwei Wochen werden konkrete Verbesserungsvorschläge erarbeitet, die in den folgenden zwei Wochen aufgenommen und umgesetzt werden.

Agiles Arbeiten in Projekten
Projekte eignen sich ebenfalls sehr gut für die Einführung von agilem Arbeiten. Auch hier führen drei Schritte schnell zu mehr Agilität:

  1. Teilprojekte: Das Gesamtprojekt wird in Teilprojekte aufgeteilt. Jedes Teilprojekt wird auf einem Post-It notiert und in die To do-Spalte an der Wand gehängt; eine Reihenfolge nach Priorität führt zu einer kleinen Road Map. Bricht man anschließend jedes Teilprojekt in konkrete Aufgaben herunter und ordnet sie jeweils einem Teammitglied zu, hat man wieder eine konkrete Aufgabe für jeden Mitarbeiter.
  2. Kurzfristig planen: Geplant wird jeweils nur das nächste und übernächste Teilprojekt, für spätere Teilprojekte sind die vorliegenden Informationen häufig zu ungenau und das sorgt dann für Chaos im Team.
  3. Kundensicht: Das Teil- und Gesamtprojektergebnis wird aus Kundensicht formuliert. So wird das Projekt nicht zum Selbstzweck – die Teammitglieder verlieren das Ziel nicht aus dem Blick und können bei auftretenden Problemen selbstständig im Kundensinne reagieren.

Agile Frameworks aufsetzen
Sind die Pilotprojekte erfolgreich und das Unternehmen möchte den Einsatz von agilem Arbeiten forcieren, können die agilen Management-Frameworks Scrum und Kanban aufgesetzt werden. Sie unterscheiden sich eigentlich nur unwesentlich. Scrum gilt gemeinhin als stärker reguliert. Kanban dagegen ist transparenter, kann dafür aber schnell etwas chaotisch werden. In der Praxis wird häufig eine Mischform aus beiden eingesetzt. Die Einführung selbst kann als agiles Projekt betrachtet werden und so Schritt für Schritt an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden.

Vorteile eines agilen Unternehmens
Der Schlüssel der erfolgreichen Einführung liegt in dem Willen der Mitarbeiter und der Unterstützung durch das Management. Wenn alle diese Unternehmenskultur wollen, Verantwortung übernehmen und sich als Teamplayer verstehen, dann profitiert das gesamte Unternehmen von:

  • effizientem Arbeiten
  • schneller Reaktionsfähigkeit auf Veränderungen
  • laufenden Produktverbesserungen
  • hoher Attraktivität bei qualifizierten und engagierten Mitarbeitern

Agilität mit Global DiVision