Homeoffice und Remote-Arbeit sind für viele Firmen mit Corona zur unfreiwilligen Realität geworden und könnte schon bald zur Normalität werden. Dr. Monika V. Kronbügel, CEO von Global DiVision, prognostiziert, dass in spätestens fünf Jahren Unternehmen, die nicht standardmäßig auch Homeoffice anbieten, kaum noch Mitarbeiter finden werden.

Wie so oft hängt der Arbeitserfolg auch hier zunächst von den Führungskräften ab. Die Befürchtung, Mitarbeiter*innen im Homeoffice aus dem Blick zu verlieren, ist bei vielen groß. An dieser Stelle hilft es, sich bewusst zu machen, dass die Angst vor dem Kontrollverlust völlig normal ist. Ein Austausch mit homeoffice-erfahrenen Führungskräften oder Entscheidungsträger*innen in ähnlicher Situation ist daher sehr zu empfehlen. Gehen Sie auch dem Team gegenüber offen damit um, dass die Situation zwar neu für Sie ist, Sie sich aber auf die Zusammenarbeit freuen.

Voraussetzung für das Gelingen ist die Etablierung einer neuen Kultur des Zusammenarbeitens, die auch die Führung ernster nimmt. Das bedeutet, dass Führungskräfte sich aus dem operativen Geschäft stärker zurücknehmen, um ihrer Rolle gerechter werden zu können.

Ein Teamkodex bzw. Homeoffice-Leitlinien können helfen, die Erwartungen darüber zu regeln, was in welcher Zeit zu schaffen ist, da diese unter einzelnen Mitarbeiter*innen sehr stark auseinandergehen können. Zu klären ist auch, ob ortsunabhängig oder auch zeitunabhängig gearbeitet werden soll. Ist es in Ordnung, nachmittags in Ruhe einkaufen zu gehen, wenn man sich abends an die Präsentation setzt – oder ist es für das Team wichtig, dass alle zur selben Zeit online sind?

Wöchentliche Videocalls zwischen Führungskraft und den einzelnen Teammitgliedern sowie Teamcalls sind obligatorisch und helfen gegen das Gefühl des Kontrollverlusts. Neben den Arbeitsbesprechungen sind aber auch soziale Treffen, wie das virtuelle Anstoßen bei Einständen, Verabschiedungen und Geburtstage etc. wichtig für das Teamgefühl. Und auch Konfliktsituationen können mit entsprechendem Feingefühl durchaus virtuell geklärt werden.

Nicht zuletzt sollten Sie ihren Mitarbeiter*innen eine Einarbeitungszeit zugestehen und ihnen Hilfe und Unterstützung anbieten. Grundsätzlich ist es vorteilhaft, solche Strukturen und Abläufe immer Vorfeld zu entwickeln, unabhängig davon, ob die Arbeit im Homeoffice temporär ist oder dauerhaft etabliert werden soll.