In der letzten Woche haben wir uns auf Mitarbeiterauswahl und die Zusammenstellung von Teams konzentriert. Heute möchten wir beleuchten, wie Unternehmen im täglichen Umgang erfolgreich Diversität leben können, zum Beispiel, wenn es um das Verhalten von Mitarbeitern und Vorgesetzten geht oder um die Vergabe von Aufgaben.

„Sogenannte „Bürohausarbeiten“ wie Besprechungsräume aufräumen oder die Organisation des Mittagessens werden gern an die vermeintlich fürsorglicheren Frauen im Unternehmen vergeben“, weiß Dr. Monika V. Kronbügel, CEO von Global DiVision zu berichten. Attraktive, prestigeträchtige Aufgaben, die gute Networking- und Beförderungsmöglichkeiten bieten, werden hingegen überproportional häufig weißen Männern zugeteilt. Untersuchungen zufolge beherrschen Männer auch das Meeting-Gespräch häufiger als Frauen. Zudem üben Männer mit Fachwissen in Besprechungen mehr Einfluss aus als ihre weiblichen Kollegen. Verhält eine Frau sich „emotional“ oder wird ein schwarzer Mann „wütend“, zeigt ein weißer Mann hingegen nur „leidenschaftliches Engagement“.

Falls Sie in Ihrem Unternehmen problematische Dynamiken im Hinblick auf Gleichstellung erkennen, haben wir im Folgenden einige Veränderungsvorschläge:

1. Sorgen Sie dafür, dass sich Ihre Mitarbeiter bei den „Bürohausarbeiten“ abwechseln.
Egal, ob Sie der Meinung sind, dass Frauen bestimmte Tätigkeiten sorgfältiger ausführen oder sie sich schließlich freiwillig für diese Aufgabe gemeldet haben, achten Sie darauf, untergeordnete Aufgaben gerecht auf alle Mitarbeiter zu verteilen.

2. Achten Sie bei der Gestaltung und Zuteilung hochwertiger Projekte auf Gleichbehandlung.
Bevor Sie eine wichtige Aufgabe erteilen, überlegen Sie genau, wer von Ihren Mitarbeitern die geeigneten Voraussetzungen für diese Aufgabe mitbringt. Die Wahrscheinlichkeit, dass es jemand ist, der nicht zu dem immer gleichen Kreis von Personen gehört, an die Sie wichtige Aufgaben vergeben, könnte sich erweitern.

3. Honorieren Sie den Wert untergeordneter Arbeiten.
Nicht selten verläuft die Karriere von Mitarbeitern, die einer Minderheit angehören, vergleichsweise langsam, weil sie Aufgaben erledigen, die keine Anerkennung bringen. Die Integration solcher Leistungen in die individuellen Zielvorgaben und ihre Berücksichtigung bei Mitarbeiterbewertungen ist ein erster Schritt zur Problemlösung.

4. Gehen Sie gegen Doppelmoral, Klischeevorstellungen, Ideenklau und unhöfliches Verhalten bei Besprechungen vor.
Achten Sie darauf, wie Ihre Mitarbeiter über Kollegen sprechen und wie sie sich in der Gruppe verhalten. Besondere Aufmerksamkeit ist zum Beispiel geboten, wenn Personen das Gespräch immer wieder an sich reißen oder Kollegen wiederholt ins Wort fallen. Sprechen Sie unter vier Augen mit dem Mitarbeiter über dieses Verhalten.

5. Fragen Sie Angehörige von Minderheiten nach ihrer Meinung.
Frauen, Mitarbeiter asiatischer Abstammung und qualifizierte First-Generation-Arbeitskräfte berichten häufig, dass sie zur Bescheidenheit erzogen wurden, was sie dazu verleiten kann, sich sehr vorsichtig auszudrücken oder Gedanken zurückzuhalten. Durch direkte Ansprache können Sie entsprechende Mitarbeiter aus ihren Schneckenhäusern hervorlocken.

6. Gestalten Sie Besprechungen so, dass sich dabei niemand ausgeschlossen fühlt.
Geschäftliche Besprechungen sollten immer im Büro stattfinden und nicht dort, wo nur Mitarbeiter eine Chance haben, die die gleichen Hobbys oder Vorlieben teilen wie ihre Vorgesetzten.

7. Achten Sie darauf, für alle Mitarbeiter gleich zugänglich zu sein.
Sorgen Sie dafür, dass die Häufigkeit von Einzelgesprächen den geschäftlichen Anforderungen und Bedürfnissen Ihres Teams entspricht, statt tendenziell den Wünschen oder Erwartungen des jeweiligen Mitarbeiters.

Sprechen Sie mit uns über Ihr individuelles Fairness-Programm…