Kann man es schaffen, den Krankenstand in einem Groß- und Außenhandelsunternehmen innerhalb von 18 Monaten um sagenhafte zwölf Prozent zu senken? „Man kann – und es ist ganz einfach“, sagt Dr. Monika V. Kronbügel CEO von Global DiVision.

Ihr Team wurde gerufen, weil in den Großraumbüros der Firma im Herzen von Madrid immer mehr Stühle leer blieben. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fehlten nicht wegen Schnupfen oder Magenverstimmung, sondern wegen zum Teil ernsthafter psychischer Probleme. „Wir haben das analysiert und sehr schnell festgestellt, dass nicht die Arbeitsbelastung der größte Stressfaktor war, sondern der Lärm.“ Klingelnde Telefone, die unterschiedlichsten Signaltöne der Handys, dass Piepen von Rechnern und Kopieren und natürlich die lieben Kollegen mit einer Lautstärke bei Ferngesprächen, bei der man eigentlich gar kein Telefon mehr gebraucht hätte.

Schon weit unter einem Schalldruckpegel von 85 Dezibel kann Lärm krank machen – selbst dann, wenn er gar nicht als störend wahrgenommen wird. „Lärm ist ein unabhängiger Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen“, warnte der Kardiologe, den Global DiVision wegen der Krankheitsbilder der Belegschaft hinzugezogen hatte. Der Krach löst Stressreaktionen aus, wodurch verstärkt Hormone wie Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol gebildet werden. Dadurch steigen Blutdruck und Herzfrequenz, was sogar Infarkte verursacht. „Solche immer lauteren Großraumbüros waren in den 90er Jahren auch bei uns der Hit“, sagt die spanische Partnerin von GDIC. „Heute sind sie ebenso verrufen, wie die Massentierhaltung.“

Was im Ergebnis kam, war Gesundheitsmanagement mit Unterstützung der Handwerker. Diese bauten die Bürohallen sukzessive zu kleineren Einheiten für eine bis maximal drei Personen zurück, was nicht nur den Lärmpegel, sondern auch den Krankenstand in den Keller brachte.

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