Ganze Sätze durchgängig in großen Lettern geschrieben, gefolgt von einer beliebigen Anzahl Ausrufungszeichen. Teilweise sehen E-Mails aus als wäre der Verfasser auf der Tastatur eingeschlafen.

Chats, E-Mails, Kurznachrichten haben das Bild schriftlicher Äußerungen wesentlich verändert. Wo früher eine ordentliche, ausdrucksstarke Handschrift, in einem persönlichen Brief beeindruckt hat, glotzen einen heute Emojis mit heraushängenden Zungen an, brüllen ganze Sätze in Großbuchstaben, erschweren Abkürzungen das Verständnis und nutzen auch hochgestellte Persönlichkeiten eine Sprache, die früher nur bei Donald Duck zu finden war. Sooo sad, Very very sad!!!!!!!

„Die Schwierigkeit bei der Kommunikation über E-Mails ist, dass alle nonverbalen Signale wie Stimmlage oder Mimik wegfallen. Manche Leute versuchen daher, ihre Botschaft mittels solcher optischer Hilfsmittel deutlich zu machen“, erklärt Dr. Monika V. Kronbügel. Man sollte es mit diesen Eskapaden im Schriftbild jedoch nicht übertreiben.

Großbuchstaben sind die Steigerung des Ausrufezeichens und entsprechend sparsam sollten beide eingesetzt werden. Wer etwas ausruft, der hat Angst, ruft um Hilfe oder ist wütend. Wer in Großbuchstaben schreibt und am Ende noch ein paar Ausrufezeichen setzt, der braucht offensichtlich viel Hilfe. DAZU KOMMT, DASS GANZE SÄTZE IN VERSALIEN GESCHRIEBEN, SEHR SCHWER ZU LESEN SIND. Sehen Sie?

Also – bevor Sie das nächste Ausrufezeichen benutzen, überlegen Sie, ob Sie das, was Sie da gerade schreiben auch laut Ihrem Gegenüber bei einem Gespräch zurufen würden. Nein? Dann lassen Sie es auch in der E-Mail.