GDIC Business Knigge

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Anklopfen oder nicht?

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Auch wer gern mit dem Kopf durch die Wand geht, sollte vorher anklopfen. Nur wenn man in eine große Besprechungsrunde platzt, ist Höflichkeit allein nicht genug. Müssen Assistenz oder Mitarbeiter daher generell draußen bleiben, wenn die Tür zum Konferenzraum verschlossen ist?

Wer ein Meeting mit 20 Teilnehmern zu einer Zwangspause verdonnert, muss sich bewusst sein, dass ihn 20 Augenpaare anstarren. Das macht nervös, der Eindringling stolpert gern über die Türschwelle, verhaspelt sich oder wird rot. Ein ungutes Gefühl, dass niemand braucht und vor dem nur Nachdenken schützt: Muss ich die Nachricht wirklich sofort überbringen oder hat es noch ein paar Minuten Zeit? Steht der Betrieb tatsächlich still, wenn meine Frage nicht gleich beantwortet wird?

Und so gibt es keine Probleme

Raten Sie nicht, welches Verhalten der oder die Vorgesetzten von Ihnen erwarten. Klären Sie stattdessen vorher, ob und aus welchem Grund Sie anklopfen und die Besprechung unterbrechen sollen. Dazu folgende Tipps, wenn Sie eine Konferenz mit vielen Personen wirklich einmal unterbrechen müssen:

  • Klären Sie vorher, ob Sie anklopfen sollen oder dies als zusätzliche Störung unerwünscht ist.
  • Treten Sie leise und ohne Grußwort ein, um nicht die gesamte Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
  • Sie müssen weder der gesamten Runde verkünden, für wen Sie eine Nachricht haben, noch den Raum mit Abschiedsworten verlassen.

Die Ausnahme von den Regeln

In immer mehr Betrieben sind offene Bürotüren ein Teil der Unternehmenskultur. Sie bauen die Barriere ab, die schnellen Gedankenaustausch oder kurze Fragen erschweren. Wenn der Zugang dann doch einmal versperrt ist, zum Beispiel für wichtige Telefonate, persönliche Gespräche oder wann immer jemand in seiner Konzentration nicht gestört werden möchte, sollten die Kollegen das respektieren.

Korrekte Anrede

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Wenn JR Ewing in Dallas über Neugeschäfte verhandelt, sprechen sich alle am Tisch mit dem Vornamen an. Das ist so in Texas und in den anderen Teilen der Welt, in denen man auf Englisch miteinander umgeht. Eine Business-Regel, auf die auch wir bei unseren Reisen ins Ausland oder bei Treffen im heimischen Konferenzraum wie selbstverständlich umschalten. Doch was ist zu tun, wenn auf einmal der eigene Chef, ein Kunde oder Kollege dabei ist, von denen man sich vielleicht sogar selbst das distanziertere „Sie“ wünscht?

Grundsätzlich ist erlaubt, was beiden Seiten gefällt – sofern sich niemand überrumpelt fühlen muss. Bevor also einer der Gesprächspartner ohne Anlauf im Fettnäpfchen landet, sollten Sie klären, ob Sie a) ganz präzise zwischen englischer und deutscher Konversation unterscheiden und daheim beim „Sie“ bleiben, b) wie im spanischen oder französischen Sprachkontext den Vornamen an die höfliche Anrede hängen oder c) es für beide Teile in Ordnung ist, generell zum „Du“ zu wechseln.

Der Business-Knigge bestätigt also auch in diesem Fall die Regel Nr. 1 für alles, was das geschäftliche Miteinander betrifft: Sorge mit einem Gespräch zur rechten Zeit, dass keine wichtige Frage offen bleibt!

Hi there….

Natürlich kann man gleich mit seinem ersten Anschreiben ins Fettnäpfchen treten – oder man informiert sich vor dem Brief an internationale Kunden, wie man sein Gegenüber richtig begrüßt:

Vorab sollten Sie wissen: Die meisten Korrespondenzregeln, die wir noch vor einigen Jahren in der Schule gelernt haben, sind inzwischen hoffnungslos veraltet:

  • Nicht mehr Miss oder Mrs sind die moderne Geschäftsvariante. In der Anrede setzt man das einfache Ms vor den Namen – egal, ob die Dame ledig oder verheiratet ist. Ausgesprochen wird das aber weiterhin als „Miss“, jedoch mit stimmhaften „S“ am Ende.
  • Die Herren der Schöpfung sind nach wie vor mit einem Mr zufrieden.
  • Während man Mann und Frau gleichzeitig mit Mr und Ms anredet, ist bei Ehepaaren das alte Mr und Mrs korrekt.
  • Ein Schreiben an zwei männliche Geschäftspartner geht an Messrs Phillip Marlow and Richard Blaine.
  • Bei Akademikern bzw. Akademikerinnen setzt man den Titel vor und das Fachgebiet nach den Namen, also zum Beispiel Dr Phillip Marlow MD (für medical = Medizin) oder Professor Dr Inga Lund PhD (= doctor of philosophy).
  • Und in der Anschrift ersetzt der Titel den Zusatz Ms/Mr, indem Sie im Anschluss an den Namen und durch Komma getrennt angeben, also z.B.: Inga Lund, PhD. Anders als in Deutschland ist es jedoch im angelsächsischen Raum durchaus üblich, sofern der Ansprechpartner nicht besonderen Wert darauf legt, den Doktor- oder Professorentitel entfallen zu lassen. Ob das so in Ordnung ist können Sie relativ sicher daran erkennen, ob er auf der Visitenkarte ebenfalls fehlt.

Und dann gibt es da natürlich noch die Vereinigten Staaten:

  • Bei formellen Briefen folgt nach Anrede und Grußformel ein Satzzeichen, das Sie im Rest der Welt nicht brauchen (Doppelpunkt nach der Anrede und Komma nach der Grußformel.

Das sind übrigens die richtigen Anreden:

  • Im Regelfall Dear Sir or Madam bzw. Dear Sirs (Madam wird nicht in der Mehrzahl verwendet),
  • Ladies and Gentlemen (für Vorstände oder Aufsichtsräte in den USA),
  • Dear Mr Marlow bzw. Dear Dr Marlow und
  • Dear Mr an Mrs Marlow bei verheirateten Empfängern oder
  • Dear Mr Marlow and Ms Croft bei nicht miteinander verheirateten Ansprechpartnern.

Und noch zwei Tipps:

  • Schreiben Sie Madam bitte ohne „e“, weil Madame mit „e“ Prostituierte bezeichnet.
  • Sie machen es dem Briefempfänger leicht, wenn Sie vorgeben, wie Sie selbst angeredet werden möchten. Dazu tippen Sie im Unterschriftsblock hinter Ihren Namen die entsprechende Anredeform in Klammern:
    – Inga Lund (Mrs) und
    – Phillip Marlow (Mr)

Diese Lösung empfehlen wir insbesondere dann, wenn Ihr Vorname von internationalen Geschäftspartnern nicht eindeutig einem Geschlecht zugeordnet werden kann (Kim, Kai, Simone, Andrea).

Es war einmal…

Bevor das Internet in unser Berufsleben getreten ist, kam manche Antwort auf unsere schriftlichen Fragen erst nach vielen Tagen. Heute werden wir schon nervös, wenn wir nach unserer Mail länger als eine Stunde warten müssen. Damit die Nerven das auf Dauer aushalten, haben schlaue Programmierer den Autoresponder erfunden. Er informiert Kunden – oder kann sie durch kleine Fingerfehler in den Wahnsinn treiben…

Der Autoresponder soll schwarz-auf-weiß nichts anderes machen, als die freundliche Mitarbeiterin in der Telefonzentrale. Sie informiert den Anrufer zum Beispiel über die urlaubsbedingte Abwesenheit eines Kollegen, das Datum seiner Rückkehr und weiß, wer bei dringenden Fragen alternativ weiterhelfen oder Unterlagen entgegennehmen kann.

Was interessiert wirklich?
Sparen Sie die Zeit Ihres Kunden. Dass Sie nicht im Büro sind, merkt er durch die Abwesenheitsnotiz von allein. Seit wann Sie weg sind ist nicht relevant. Und warum Sie nicht da sind, wird ihn weniger interessieren. Hilfreich sind dagegen die folgenden Informationen:

  • Ab wann sind Sie wieder zu erreichen?
  • Wer kann gegebenenfalls weiterhelfen (Ansprechpartner und Kontaktdaten)?
  • Ein Hinweis, ob und an wen die eingegangene Mail weitergeleitet wird.
  • Ob und ggf. wie Sie in Notfällen zu erreichen sind.

Einmal reicht
Haben Sie Kunden, die während Ihrer Abwesenheit zum Beispiel Bestellungen oder andere Unterlagen in mehreren Mails schicken? Dann stellen Sie den Autoresponder bitte so ein, dass er seine Informationen pro Mailadresse nur einmal abschickt. Schließlich sagt die Kollegin am Empfang dem Briefträger ja auch nicht zwei Wochen lang täglich, dass „Herr Soundso“ noch bis zum 19. Urlaub macht und daher seine Briefe nicht öffnen kann. Das verstopft dem Postboten die Ohren, Ihrem Kunden das Postfach – und raubt unendlich Zeit, weil diese unnötig Infos zu allem Überfluss auch noch gelöscht werden müssen.

Mustertexte für automatische E-Mail-Antworten

  • Sachlich
    Betreff: Ab 15. Februar wieder im Büro
    Vielen Dank für Ihre Nachricht! Ab dem 15. Februar 2014 bin ich wieder im Büro und werde Ihnen so schnell wie möglich antworten. In dringenden Fällen wenden Sie sich bitte an Gaby Mustermann (Telefon 0815).
    Mit besten Grüßen, Ihr(e)
  • Auf Englisch
    Dear Madam or Sir,
    thanks for your message. I will be back in the office as of 15th of February. During my absence please address any inquiries to Ms Gaby Muster, telephone +49 0815 or e-mail gaby.muster@muster.de. Ms Muster will be pleased to assist you.
    Sincerely,

B

Begrüßung: Respekt, Respekt

Unglaublich wie viel Sie falsch machen können, wenn Sie Ihrem Gast oder Gesprächspartner zur Begrüßung freundlich die Hand reichen, der Dame tief in die Augen schauen oder im Laden höflich wegsehen, damit der Kunde sich erst einmal in Ruhe orientieren kann.

„Andere Länder, andere Sitten“, gilt nämlich auch in diesem Fall. Zwei Beispiele:

  • In den meisten Landstrichen Asiens ist Händeschütteln nicht unbedingt das, was man von Ihnen erwartet. Unter anderen freuen sich Japaner und Chinesen über eine leichte Verbeugung.
  • Bei Frauen aus der arabischen Welt gilt ein Mann gern als unhöflich, wenn er den direkten Augenkontakt sucht.

Unser Tipp: Informieren Sie sich unbedingt über die Gepflogenheiten des jeweiligen Kulturkreises, in dem Sie sich aufhalten. Fast überall aber sind kurzes Innehalten, ein freundliches Zunicken und Zulächeln Signale des Respekts. Ruckartige Bewegungen und laute Geräusche im fremden Territorium können dagegen Feindseligkeiten hervorrufen und fördern.

Hereinkommen – nicht hereinplatzen
Nicht nur als Verkäufer sollte man gelernt haben, dass ein Kundenbesuch kein Sturmangriff ist. Als Besucher mit ausgestreckter Hand auf den Gastgeber zuzulaufen, ist ein sicherer Tritt ins Fettnäpfchen. Damit lassen Sie Ihrem Gegenüber keine andere Wahl und missachten die gesellschaftlichen Spielregeln. Auf fremdem Territorium sollten Sie daher stets warten, bis man Ihnen die Hand reicht – und: Packen Sie dann nicht zu, wie ein Schraubstock oder schütteln die Hand des Anderen, wie einen Cocktailshaker.

Empfangen – nicht stehen lassen
Auch als Gastgeber haben Sie nonverbale Pflichten. Selbst wenn Sie mitten in der Arbeit stecken oder telefonieren ist es unhöflich, einen Besucher oder Mitarbeiter minutenlang keines Blickes zu würdigen. „Das Gefühl kennt keine Hierarchie, aber es reagiert auf Beachtung und Missachtung“, erinnert Günther Hübner, Spezialist für Körpersprache im Deutschen Knigge-Rat.

So eine Missachtung habe nicht nur Auswirkungen auf das Arbeitsklima, sondern auch auf die Kauflust des Kunden. Der modernste Messestand und die edelste Geschäftseinrichtung verfehlen ihre Wirkung, wenn das Personal mit sich selbst beschäftigt ist. „Wer nicht innerhalb weniger Sekunden eines Blickes gewürdigt und damit ohne Worte kontaktiert wird, empfindet auch keine persönliche Ansprache“, so Hübner weiter.

Beschweren – aber richtig!

Jeder kommt mal in die Situation, sich beschweren zu müssen. Aber nur wenige kennen auch die wichtigsten Regeln für eine erfolgreiche Beschwerde. Schließlich geht es nicht darum, Krawall zu machen, sondern eine Situation nachhaltig zu verbessern. Ob der Vermieter erforderliche Renovierungsarbeiten verweigert, der Nachbarn die Ruhezeiten nicht einhält, oder der Mitarbeiter während der Arbeitszeit trinkt.

Solche Situationen müssen geklärt werden, ohne Porzellan zu zerschlagen – schließlich will man weiter zusammen wohnen, leben oder arbeiten. So haben Sie mit Ihrer Beschwerde Erfolg:

1. Erstmal tief durchatmen 
Poltern Sie nicht gleich los – überschlafen Sie die Situation. Am nächsten Tag sind die Gedanken sortiert und die Emotionen geglättet. Jetzt können Sie sachlich und lösungsorientiert ihre Beschwerde vortragen.

2. Der Griff an die eigene Nase
Seien Sie selbstkritisch. Schätzen Sie die Situation richtig ein? Gibt es Dritte, die die Situation neutraler bewerten können? Wieviel haben Sie selbst zu der Situation beigetragen? Oftmals wird so aus einem Elefanten schnell wieder eine Mücke.

3. Bloß nicht persönlich werden
Sie wollen eine Situation verbessern – nicht ihren Gegenüber. Verzichten Sie auf Beleidigungen, Belehrungen und Drohungen. Danach sind die Fronten meist so verhärtet, dass nichts mehr geht. Seien Sie freundlich und sachlich und behalten Sie ihr Ziel im Auge.

4. Danken Sie
Erkennen Sie die Bemühungen der Gegenseite an. Auch wenn noch nicht alles rund läuft, zeigen Sie, dass Sie die Bemühungen anerkennen:
„Vielen Dank, dass die Lieferung das letzte Mal so pünktlich bei uns gewesen ist. Das ist bestimmt auf Ihre Bemühungen zurückzuführen. Leider gibt es dieses Mal wieder Lieferverzug …“

5. Butter bei die Fische!

Vermeiden Sie Pauschalurteile. Sagen Sie nicht: „Du nimmst deine Vereinspflichten als Vorsitzender gar nicht wahr.“ Beschreiben Sie stattdessen konkret:

„Das letzte Vorstandstreffen hast du vor zwei Monaten kurzfristig abgesagt. Einen Ersatztermin hast du uns bis heute noch nicht genannt. In diesem Jahr fand außerdem kein Sommerfest statt, das sehen viele Vereinsmitglieder negativ. Und auch die Überarbeitung des Internet-Auftritts steht seit Wochen aus.“

6. Unter vier Augen
Stellen Sie niemanden bloß. Es geht nicht darum, Ihren Gegenüber am Nasenring durch die Manege zu führen. Es geht darum, eine Situation für die Zukunft zu verbessern.

Geben Sie dem Anderen die Chance, sein Gesicht zu wahren. Sonst resultiert aus so einer öffentlichen Demütigung schnell eine anhaltende Ablehnung. Und das ist ja genau das, was wir nicht wollten …

7. Machen Sie eine klare Ansage!
Wenn jemand einen Fehler macht, ist ihm oft gar nicht bewusst, was er konkret falsch gemacht hat, oder wie er die Situation wieder bereinigen kann. Geben sie also klare Zielvorgaben aus, an denen sich beide Seiten orientieren können:

„Ich wünsche mir, dass wir uns einmal in der Woche treffen, um die Vereinsangelegenheiten zu besprechen und in die Wege zu leiten. Als Vorsitzender ist es deine Aufgabe, dazu einzuladen und die Treffen zu leiten.“

8. Suchen Sie das persönliche Gespräch
Nutzen Sie die Möglichkeiten eines persönlichen Gespräches, Gestik, Mimik, Betonung – all das fällt in einer Email oder einem Brief weg. Oft wirken schriftliche Formulierungen schroffer und endgültiger. Dem Gegenüber fehlt die Möglichkeit, direkt zu erwidern und Sie haben keine Chance, ihren Vortrag entsprechend zu justieren.

Die persönliche Konfrontation erfordert mehr Mut, ist aber deutlich effektiver und kommt meist schneller zu einem beidseitig akzeptierten Ergebnis. Und das war es ja, was wir erreichen wollten …

Gut vorbereitet ins Bewerbungsgespräch

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Vorbereitung

  • Gehen Sie am Vorabend zeitig schlafen, damit Sie ausgeruht sind.
  • Sorgen Sie für eine entspannte Anreise: Fahren Sie rechtzeitig los und berücksichtigen Sie mögliche Staus und Verspätungen. Seien Sie pünktlich (ca. 10 – 15 Minuten vor dem Gespräch im Unternehmen).
  • Planen Sie ausreichend Zeit für den Termin ein (ein bis zwei Stunden).
  • Tragen Sie dezente und gepflegte Kleidung. Je konservativer das Unternehmen ist, desto seriöser sollte auch Ihr Outfit sein.
  • In Ihrer Kleidung sollten Sie nicht nur gut aussehen, sondern sich auch wohlfühlen. Wenn Sie z. B. als Frau niemals Röcke tragen, wäre das Vorstellungsgespräch der falsche Zeitpunkt, es auszuprobieren, nur um elegant zu wirken.
  • Tragen Sie als Frau besser nicht zu viel Schminke und Schmuck – Sie wollen in erster Linie ja mit Ihrem Wissen und Ihrer Persönlichkeit beeindrucken.

Spannungsabbau und Auftreten

  • Warten Sie, bis man Ihnen die Hand reicht. Drücken Sie diese nicht zu fest, aber auch nicht zu lasch. Üben Sie das vorher mit Freunden.
  • Nennen Sie bei der Vorstellung Ihren Vor- und Nachnamen, bei jedem Begrüßungspartner erneut.
  • Setzen Sie sich erst nach Aufforderung an den Ihnen zugewiesenen Platz. Wenn man Sie stehen lässt, fragen Sie, wo Sie Platz nehmen dürfen.
  • Wenn man Ihnen ein Getränk anbietet, nehmen Sie am besten ein Wasser oder einen Saft, auch wenn Sie im Augenblick keinen Durst haben sollten. Im Laufe des Gesprächs wird der Mund meist trocken.
  • Lassen Sie Ihr Gegenüber mit dem Gespräch beginnen und lassen Sie es immer ausreden.
  • Denken Sie über alle Ihre Antworten immer ein paar Sekunden nach, bevor Sie „losreden“.
  • Bleiben Sie sachlich, vermeiden Sie Gefühlsausbrüche und kontrollieren Sie die eigene Ausdrucksweise (keine Szenensprache, keine Kraftausdrücke und keine Fremdwörter, deren Bedeutung Sie nur vage kennen).
  • Bauen Sie immer wieder Blickkontakt auf, wenn Sie mit Ihren Gesprächspartnern reden. Schauen Sie nicht nur eine Person an, sondern blicken Sie auch in die Runde.
  • Achten Sie auf die eigene Körpersprache: Verschränken Sie Ihre Arme besser nicht und bauen Sie auch keine Barrieren aus Tassen, Gläsern oder einem Schreibblock. Beides wirkt abwehrend.
  • Sitzen Sie entspannt, aber nicht breitbeinig, da und schlagen Sie die Füße nicht übereinander. Stellen Sie besser beide Fußsohlen fest auf den Boden und sitzen Sie auf der gesamten Stuhlfläche, also nicht nur auf der Kante. Und auf keinen Fall sollten sie mit dem Stuhl wippen!
  • Lassen Sie sich durch provokante Fragen nicht aus der Ruhe bringen. Diese sind meistens ein Test, wie belastbar Sie sind und wie Sie mit Stress umgehen. Sie sind kein Ausdruck von Geringschätzung Ihnen gegenüber.
  • Machen Sie sich selbst Notizen für Ihre eigenen abschließenden Fragen.

Extra-Tipp: So ist der Small Talk kein Problem

  • Lesen Sie auch die Tageszeitung aufmerksam durch, vielfach ist auch das aktuelle Zeitgeschehen Gesprächsthema.
  • Wenn Sie angeben, gern zu lesen oder ins Kino zu gehen, dann haben Sie besser auch den letzten Buch- oder Kinotitel inklusive Story parat.

Lassen Sie Blumen sprechen – aber richtig!

Blumen können die perfekten Geschenke sein, insbesondere, wenn man zu einer privaten Feier eingeladen wird. Ist das Ereignis geschäftlich, schenkt man Blumen gerne auch im Büro.

Bei der Wahl des Straußes überlegen Sie am besten, worüber sich der Empfänger am meisten freut – das muss nicht unbedingt das sein, was Ihnen am besten gefällt. Fragen Sie sich, was farblich am ehesten zu der Person und ihrer Umgebung passt.

Um Fettnäpfchen zu umgehen, haben wir für Sie die wichtigsten Tipps rund um das Thema Blumen verschenken zusammengefasst.

Bitte immer ohne Blumenfolie

Vor dem Überreichen sollte der Strauß aus dem Papier gewickelt werden. Durchsichtige Folie darf generell bleiben, ist aber inzwischen out, da das Umweltbewusstsein immer mehr zunimmt. Eine Ausnahme bilden Papiermanschetten: Sie verdecken die Blumen nicht und runden das Gesamtbild des Straußes dekorativ ab.

Blumen überreichen einfach gemacht!

Ist man als Paar bei einem anderen Paar zu Gast, gilt nach wie vor die Regel: Der Herr überreicht die Blumen an die Gastgeberin. Doch auch andere Konstellationen sind heutzutage möglich – probieren Sie es aus. Generell sollten Sie sich aber sicher sein, dass Sie mit Ihrem Geschenk richtig liegen. Wenn sich jemand nichts aus Blumen macht, ist ein Buch, eine CD oder ein edler Tropfen oft das bessere Präsent.

Die Blumen vorher schicken oder nachsenden?
Handelt es sich um eine große Veranstaltungen, haben die Gastgeber oft alle Hände voll zu tun. Ersparen Sie ihnen den Stress beim Empfang. Entspannter und stilvoller ist es, den Strauß vorab zu schicken.
Wen Sie sich nachträglich bedanken möchten, können Sie einen Blumenstrauß auch nachschicken. Dies bietet sich insbesondere für Veranstaltungen an, bei denen Geschenke nicht üblich sind wie z.B. Vernissagen, Festakte, Empfänge oder Cocktailpartys.

Blumen richtig beschriften
Eine Visitenkarte im Strauß ermöglicht dem Gastgeber, den Überblick über die Geschenke zu behalten. Jedoch kann sie ohne Begleittext etwas unpersönlich wirken, schreiben Sie daher besser einen persönlichen Gruß auf Ihre Karte und legen diese den Blumen bei.

Weiß ist schick – nur nicht immer bei Blumen!
Weiße Sträuße sind sehr modern. Dennoch ist Vorsicht geboten! Gerade ältere Menschen haben noch gelernt, dass weiße Lilien, Callas, Hortensien, Astern und Chrysanthemen eher für Trauerfälle verwendet werden sind. Wählen Sie daher besser einen bunten Strauß, wenn Sie diese Assoziationen vermeiden wollen.

Achten Sie auf den Geruch
Für das Krankenhaus oder Großraumbüros sind stark riechende Blumen ungeeignet. Blumen, die nur dezent duften sind die bessere Alternative, da sie niemanden stören werden.

Die rote Missverständlichkeit

Bitte schenken Sie rote Rosen nur, wenn Sie Ihre Liebe bzw. Verliebtheit zum Ausdruck bringen möchten. Vermeiden Sie peinliche Missverständnisse, indem Sie auf rote Rosen auch in gemischten Sträußen verzichten.

Ich und der Esel

„Der Esel nennt sich selbst zuerst“ – so kennen es viele vielleicht noch aus der Schulzeit. Einen Brief mit dem Wort „ich“ zu beginnen war ein absolutes No-Go.

Heute sieht man das – wie so vieles – nicht mehr so eng. Erst recht nicht, wenn der Verzicht auf den „Ich-Einstieg“ zu umständlich gekünstelten und verschrobenen Satzkonstruktionen führt.

Heute gilt „Authentizität vor falscher Bescheidenheit“. Schreiben Sie so, wie sie es auch im Gespräch formulieren würden. Allerdings bedeutet das im Umkehrschluss nicht, dass die „Ich-Eröffnung“ nun der letzte Schrei für den Einstieg in die Korrespondenz ist. Bei Schreiben an Fremde oder Personen, zu denen Sie ein bewusst distanziertes Verhältnis pflegen, sollten Sie nach wie vor auf diesen Einstieg verzichten. Besser ist hier das „Sie“ oder ein „vielen Dank“ für den ersten Satz.

Also – bleiben Sie sich treu. Verzichten Sie auf Formulierungen, die Sie so im Gespräch nicht verwenden würden und auch auf komplizierte, verwobene Satzkonstruktionen.

Wer braucht schon ein Messer, wenn er nur genug Brot hat – stimmt das?

Immer wieder hört man davon, dass Brot als stilvoller Messerersatz verwendet werden kann. Stimmt das? Darf das Brot wirklich verwendet werden, um z. B. Salatsauce aufzunehmen? Darf man das Messer dabei zur Hilfe nehmen? Oft sind die Salatblätter ja ziemlich groß.

Brot ist in Deutschland kein Messerersatz
In Frankreich ist es in einfacheren Lokalen gang und gäbe, Baguettebrot als „Schieber“ zu verwenden, um z. B. Salatsauce aufzunehmen. Zwar ändern sich die Umgangsformen durch den interkulturellen Austausch, doch so weit ist es beispielsweise in Deutschland und einigen anderen Ländern (noch) nicht. Brot ist kein Messerersatz.

Generell gilt:
Salat darf heutzutage mit Messer und Gabel gegessen werden. Sie können den Salat – sofern die Blätter nicht zu groß sind – auch nur mit der Gabel essen. In einigen Kreisen gilt dies sogar als feiner. Legen Sie das nicht genutzte Messer, wenn Sie mit dem Essen fertig sind, ebenfalls auf dem Teller ab, damit der Service das unbenutzte Besteckteil mit abräumt.

Buzzwords – oder hören Sie eigentlich was Sie sagen?

Sprache war schon immer auch ein Mittel sich abzusetzen. Fremdwörter, Anglizismen, wissenschaftliches Kauderwelsch, juristische Formulierungen – es gibt eine endlose Liste, wenn es darum geht mit der Art, wie wir sprechen nicht nur zu kommunizieren, sondern auch den Status zu klären.

Nun haben sich in einer Zeit, die in allen Facetten jung, hipp und cool sein will, Worte und Formulierungen festgesetzt, die man eigentlich nur benutzen kann, wenn man sich selber nicht richtig zuhört.

„Schreib mir dazu bitte nochmal eine Mail“ – oder als Eskalationsstufe: „Lass uns dazu noch einmal syncen“. Eigentlich heißt das nichts anderes, als das ihr Gesprächspartner Ihnen nicht ansatzweise zugehört hat und Sie bittet, das ganze nochmal schriftlich einzureichen.
Das macht Ihnen nichts aus? Na dann sind Sie also „fine damit“? Wer jetzt, zurecht, ein ungutes Gefühl in seinem Sprachzentrum vernimmt, der wechselt doch bitte komplett ins Englische und ist stattdessen „on the same page“ mit allen anderen – schon viel besser!
Wie gut sich englisches und deutsches Sprachgut ergänzen können, zeigen wir jetzt sofort – also „asap“. Diese lustige Kurzform von „as soon als possible“, die ihren Witz bereits in den 90er verloren hat, hat nicht nur unseren urdeutschen Drang nach zeitsparenden Abkürzungen befriedigt. Nein es ist ein Superlativ, der sich auch noch steigern lässt. Was dringender ist als „asap“ ist „asaper“ und wem das noch nicht reicht, der fordert die Ergebnisse „asapst“.

Also bitte – hören Sie sich gelegentlich mal selber zu und korrigieren asap ihr Wording. Das wäre eine Win-win-Situation mit der alle fine wären. Gerne können wir uns dazu syncen, schreiben Sie uns – go for it. Das wäre awesome …

D

Denglisch

„Denglisch“ – so nennt man etwas spöttisch den Mix aus Deutsch und Englisch. Oft sorgen die eingedeutschten Begriffe für Verunsicherung. Dabei wäre es gar nicht so schwer, sich auf Deutsch auszudrücken:

• Die Marktforschung wird outgesourct.
Die Marktforschung wird aus dem Unternehmen ausgegliedert.

• Das zentrale Thema lautet Customer Relationship Management.
Das zentrale Thema ist: Wie können wir die Beziehungen zu unseren Kunden besser gestalten?

• Der Dresscode lautet Business Casual.
Der Bekleidungsvermerk lautet gelockerte Geschäftskleidung.

Der Mix macht´s
Einige Wörter sind mittlerweile populär und geläufig: Das Wort Dresscode ist bekannt und klingt nicht so steif wie Bekleidungsvermerk. Oder: Die englische Abkürzung VIP (very important person) hört sich netter an als hochrangige Persönlichkeit. Und auch der Begriff VIP-Lounge ist kürzer und knackiger als Aufenthaltsraum für hochrangige Persönlichkeiten.
Außerdem haben neue, importierte Begriffe eine andere Färbung: Während die Großmutter beim Musikhören entspannt, will der Enkel beim Musikhören chillen und ein Brainstorming ist mehr als eine Ideenfindung.

Aber Vorsicht! Entfernen Sie nicht die entsprechenden deutschen Wörter aus Ihrem Sprachrepertoire. Im Zweifelsfall sind das nämlich die Wörter, die jeder versteht und je nach Gesprächspartner oder Publikum können Sie ihre Sprache so färben wie es gerade passt.

Deutsche Sprachexporte in die Welt
Übrigens gibt es auch deutsche Wörter, die in anderen Sprachen übernommen worden sind, z. B.:

  • Zeitgeist: Dieses Wort wurde im Englischen übernommen. Es gibt sogar das Adjektiv zeitgeisty – dem Zeitgeist entsprechend.
  • Arbeito: So heißt das japanische Wort für einen Zweitjob.
  • Kaffeeklatsching: Das englische Wort ist vom deutschen „Kaffeeklatsch“ abgeleitet.
  • Kaffepaussi: Das ist die finnische Bezeichnung für Pause, außer Betrieb.
  • Kindergarten ist wohl der berühmteste deutsche Wortexport: Auch amerikanische und britische Eltern bringen ihre Kleinen in den Kindergarten.

Sie fahren mit Abstand am besten

GDIC Business Knigge

In der Warteschlange vor dem Schalter, in engen Flugzeugkabinen, beim Small Talk oder beim zufälligen Treffen auf der Straße: Wer dem Anderen zu nah „auf die Pelle“ rückt, wird sich keine Freunde machen. Doch welches ist eigentlich in welcher Situation der richtige Abstand zum Sitznachbarn oder Gesprächspartner? Der GDIC Business Knigge gibt Antworten:

Ab 50 Zentimetern wird’s intim
So nah lässt man in der Regel nur Familienmitglieder, Freunde oder gute Bekannte an sich heran – für die Umarmung oder einen Kuss auf die Wange. Dringen Unbekannte, Fremde oder geschäftliche Kontakte so weit vor, wird das unter Umständen als „Grenzverletzung“ mit entsprechend negativen Folgen empfunden. Wer sich nicht daran hält, muss mit Abwehrreaktionen, Verärgerung oder dem Rückzug seines Gegenübers rechnen. Außerhalb Europas sind die Grenzen etwas weicher. In den USA, Südamerika und auch Indien beispielsweise wird sich wesentlich schneller auch im Businesskontext umarmt. Prüfen Sie im Vorwege in welchem Kulturkreis Sie sich aufhalten.

Wer darf mir so nah kommen?
Ärzte, Friseure, Masseure und Personen mit ähnlichen Berufen gehen von Ihrem Einverständnis aus, wenn Sie sich in deren Hände begeben. Haare schneiden oder die medizinische Untersuchung sind schließlich ohne direkten Körperkontakt nicht möglich – das gilt natürlich auch bei gesellschaftlichen Anlässen, wenn Sie zum Tanzen auffordern oder aufgefordert werden.

Machtkampf in der Distanzzone
Sie haben sicher schon erlebt, dass der Sitznachbar im Flugzeug ganz selbstverständlich die komplette Armlehne beansprucht oder Ihnen in der Warteschlange fast auf den Füßen steht. Sie können sich auf diesen nonverbalen Machtkampf einlassen und Ihren Raum mit dem eigenen Ellenbogen verteidigen oder das Thema offen ansprechen: „Entschuldigung, könnten Sie sich bitte so hinsetzen, dass Sie Ihre Füße bei sich behalten und ich auch genügend Platz habe? Vielen Dank!“ Oberste Regel ist auch hier: bleiben Sie höflich und sachlich.

Entspannte Kommunikation
Die klassische Begrüßung mit Handschlag, die normale Unterhaltung oder der Small Talk spielen sich in der persönlichen Distanzzone ab, für die ein Abstand von etwa einem Meter von den meisten Menschen als angenehm empfunden wird. Aber natürlich gibt es Situationen, in denen man die „Köpfe zusammenstecken“ und seinem Gegenüber fließend näher kommen will oder muss. Dabei ist es wichtig, auf die Körpersprache des jeweils anderen zu achten. Vorbeugen bei gesenkter Stimme oder Zurücklehnen mit abgewandtem Blick sind deutliche Hinweis darauf, wie viel Nähe oder Distanz tatsächlich erwünscht ist.

Auf gesellschaftlicher Ebene
Sprechen Sie nur in begründeten Ausnahmefällen andere Menschen an, bevor Sie Blickkontakt mit ihnen aufgenommen haben – anderenfalls müssen Sie mit erschreckten, überraschten oder verwunderten Reaktionen rechnen. Für den klassischen Tagesgruß ohne Handschlag halten Sie dazu mindestens zwei bis drei Meter Distanz und kommen nur näher, wenn Sie durch Worte oder Gesten dazu eingeladen werden. Treffen Sie zum Beispiel Ihren Chef oder einen Kunden auf der Straße oder in der Freizeit warten Sie ab, ob er nach dem Tagesgruß sofort weitergehen oder für einen Small Talk mit Ihnen stehenbleiben möchte. In der gesellschaftlichen Distanz können Sie mit einem freundlichen Blick und einem Lächeln die Weichen stellen und Ihren Kontakt mit positiven Signalen spüren lassen, dass sie ihm wohlgesonnen und aufgeschlossen sind.

Auch hier gilt sich im Vorwege bewusst zu machen, in welchem kulturellen Umfeld wir uns gerade bewegen. In Teilen Asiens ist die gewünschte Distanz noch größer und in Nordamerika wird man direkt nach seinem Alter und der Herkunft etc. gefragt.

E

Sie haben Fragen?

Einige von uns haben die Bewerbung um ihre erste Arbeitsstelle noch „mit vorzüglicher Hochachtung“ unterschrieben und sehr schnell wieder damit aufgehört, weil solche Floskeln veraltet und für den persönlich oft unbekannten Empfänger unglaubwürdig sind. Dennoch halten sich noch einige überholte Formulierungen, über deren Bedeutung ganz offensichtlich niemand nachdenkt:

„Für Rückfragen stehe ich Ihnen jederzeit persönlich zur Verfügung“, kann man in der Fußzeile ganz vieler Angebote nachlesen, die potentiellen Kunden auf den Tisch flattern – und das ist schlicht und ergreifend eine Falschaussage.

  • „Jederzeit“ wird wohl kaum Ihre Urlaubszeiten oder die Nachtstunden mit einschließen.
  • „Zur Verfügung“ stellen, kann man Geld, Werkzeuge oder andere Sachgegenstände – aber eher nicht sich selbst wie einen Leibeigenen.
  • Die Formulierung ist derart veraltet, dass sie vom Empfänger nicht einmal mehr registriert wird.

Was aber soll man tun, um auch im dritten Jahrtausend Dienstbereitschaft und Interesse zu signalisieren? Hier ein paar zeitgemäße Alternativen:

  • Wenn Sie noch Fragen oder Wünsche haben, sprechen Sie mich gern an.
  • Bitte rufen Sie mich an, wenn Sie weitere Informationen benötigen.
  • Für offene Fragen ist unser Kundenservice in der Zeit von … bis … für Sie erreichbar.
  • Ich melde mich in der kommenden Woche bei Ihnen. Vorab können Sie mich unter der Telefonnummer … erreichen.

Zwei Chancen für den 1. Eindruck

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Wenn Sie bei Ihrem Gegenüber einen guten ersten Eindruck hinterlassen wollen, ist die Verpackung wichtiger als der Inhalt – auch wenn die Kopfmenschen unter uns das gar nicht so gern hören mögen. Was die zu sagen haben, soll nach einer viel zitierten Studie nämlich nur mit schmalen sieben Prozent ins Gewicht fallen. Doch womit kann man es in jedem Fall schaffen, sich ganz tief in die Erinnerung seiner Gesprächspartner einzugraben?

Seit den ersten Begegnungen unserer Vorfahren im Neandertal ist das Gehirn auf blitzschnelle Einschätzungen programmiert. Wer nicht mit einer Keule in die ewigen Jagdgründe geschickt werden wollte, musste in Sekundenbruchteilen beurteilen, ob sein Gegenüber als Freund oder als Feind gekommen war. Auch wenn dieser erste Eindruck in der heutigen Geschäftswelt nicht mehr so überlebenswichtig ist, messen wir ihm noch immer und ganz automatisch die gleiche Bedeutung bei.

  • Platz 4 für den Duft
    Parfum und Körpergeruch haben die im Vergleich geringste Bedeutung. Das gilt zumindest so lange, wie Sie die für den Erstkontakt weiter unten empfohlene Distanz einhalten. Im westlichen Kontext ist „weniger = mehr“. In einigen Regionen Asiens und des mittleren Ostens wird gern „ordentlich“ aufgelegt.
  • Platz 3 für die Sprache
    Eine Stimme kann sowohl angenehm kribbeln, als auch Fluchtgedanken auslösen. Sofern sie nicht extrem von der Norm abweichen, bleiben Tonfall, Modulation, Lautstärke, Dialekt und Wortwahl aber vergleichsweise unwichtig.
  • Platz 2 für die Kleidung
    Auch wenn Qualität, Stilrichtung, Passform und Farben eine Rolle spielen, landet man mit dem figurbetonten Kostüm oder dem Markenanzug nicht zwangsläufig ganz oben auf der Beliebtheitsskala, denn da wäre noch:
  • Platz 1 für die Körpersprache
    Mimik und Gestik, aber auch Ihre Körperhaltung, Ihre Art zu gehen oder sich zu bewegen und nicht zuletzt Ihr Distanzverhalten sind das wichtigste Beurteilungskriterium. Kurz gesagt: Ihr Körper spricht immer!

Vor den Tipps noch ein Beispiel: Macht ein Mitarbeiter zwei Fehler im Sommer, führt das am Jahresende seltener zu einer negativen Beurteilung. Passieren ihm die Fehler aber im Januar und Dezember, sieht das völlig anders aus. Konzentrieren Sie sich also bei jedem Kennenlerenen vor allem auf den ersten und den letzten Eindruck – und das geht so:

  • Halten Sie Blickkontakt
    Signalisieren Sie Interesse – aber bitte ohne Ihr Gegenüber minutenlang anzustarren. Benutzen Sie ihre Gesichtsmuskeln um zu zeigen zeigen, dass Sie dem Gespräch mit Interesse folgen. Das kann man vor dem Spiegel üben.
  • Seien Sie authentisch
    Lächeln Sie, wenn es etwas zu lächeln gibt oder runzeln die Stirn, wenn Unglaubliches erzählt wird. Nur wenn Sie diese körpersprachlichen Aussagen zulassen, kommen sie unverfälscht rüber. Gesten zu trainieren oder zu unterdrücken wirkt dagegen unnatürlich.
  • Sitzen Sie gerade
    Aufrecht zu stehen, zu gehen und zu sitzen strahlt Selbstsicherheit und Überzeugungskraft aus. Breitbeinig im Sessel zu hocken lässt dagegen jeden Mann und jede Frau unhöflich und arrogant erscheinen.
  • Behalten Sie Abstand
    Jedermann hat ein Distanzbedürfnis – vor allem gegenüber Fremden. Ein Meter ist im normalen Dialog in Ordnung. Unterhalb von 50 Zentimetern droht heftiger Punkteabzug wegen Respektlosigkeit.
  • Mehr zu Distanzzonen lesen
  • Zeigen Sie Wertschätzung
    Rennen Sie nicht voraus, so dern lassen Ihrem neuen Kontakt den Vortritt – ohne krampfhaft höflich sein zu wollen. Die Tür aufzuhalten oder sich erst als Zweiter den Zuckerstreuer zu nehmen drückt Wertschätzung aus, ohne unterwürfig zu wirken.

Und jetzt noch der wichtigste Tipp: Mit den Kommunikationstrainings bei GDIC können Sie sich auf alle erdenklichen Gesprächssituationen gezielt vorbereiten.

Muss man sich für gute Umgangsformen verbiegen? Was, wenn die Regeln so gar nicht Ihrem Naturell entsprechen? Wie immer im Leben sind auch Benimmregeln Richtlinien. Nirgendwo steht, dass man diese Regeln Wort für Wort „nachspielen“ muss. Selbst Knigge ging es eigentlich darum, das Miteinander leichter zu gestalten und dazu gehört, dass sich alle Beteiligten wohlfühlen.

Wir haben mal die grundlegenden Unterschiede, am Beispiel der Begrüßung, in 4 „Typen“ unterteilt. Vielleicht finden Sie sich wieder – oder sind Sie eine Kombination?

  1. Der Dynamische
    Er ist pragmatisch – direkt, schnell, nicht zu viel nachdenken. Will er durch die Tür dann geht er, ohne sich Gedanken darüber zu machen, wer zuerst gehen sollte. Es gibt einen Dresscode? Fein – dann muss er sich keine Gedanken über sein Outfit machen.
    Art der Begrüßung: Zu ihm passt ein kurzes „Hi” oder ein kerniges „Tach”. Er läuft Gefahr jemanden zu übersehen – wenigsten ein kurzes Kopfnicken sollte drin sein.
  2. Der Lockere
    Locker, liebenswert, lustig. Wen interessiert schon der Dresscode? Er schafft es die Atmosphäre mit seiner Offenheit aufzulockern und ist ein beliebter Netzwerker. Fettnäpfchen scheut er nicht – er kommt ja immer wieder raus. Aber Vorsicht: Zu viel jugendliche Unbekümmertheit führt schnell dazu, dass man nicht für voll genommen wird.
    Art der Begrüßung: Ja – man kann auch den Bürgermeister mit einem freundlichen „Hallo“ begrüßen – aber bitte nicht durch den ganzen Raum gerufen! Sonst wird aus dem unbekümmerten Fohlen schnell ein Trampeltier.
  3. Der Natürliche
    Echtheit und Einfühlungsvermögen sind seine Stärken. Er verkleidet sich nicht, nur weil es der Dresscode verlangt. Ein partnerschaftliches Miteinander liegt diesem Typen am Herzen. Zu seinen Stärken gehört es, den Standpunkt anderer verstehen zu können. Doch seine moralischen Ansprüche können auch leicht die gemütliche Atmosphäre zerstören.
    Art der Begrüßung: Er bevorzugt ein „Guten Tag” oder ein regional geprägtes “Moin” oder ähnliches. Mit der Nennung des Namens kann er zusätzlich seine zugewandte Art unterstreichen.
  4. Der Traditionelle
    Der Vernunftmensch. Klare Regeln, Alter und Hierarchie. Verstöße gegen den Dresscode sind für ihn nicht Ausdruck der Persönlichkeit, sondern schlechtes Benehmen. Seine Stärke ist seine sachliche Art. Er redet zwar nicht viel, aber wenn, hat er wirklich etwas zu sagen.
    Art der Begrüßung: Von Jüngeren und Kindern will er zuerst begrüßt werden. Dabei vergisst er jedoch leicht, dass nicht jeder sein Weltbild teilt. Ein freundliches Lächeln ermutigt das Gegenüber zu reagieren.

Wenn Sie sich unter diesen Typen erkannt haben, sind Sie sich ihrer Stärken und Schwächen schon mal bewusst. Wenn Sie sich zusätzlich an drei Grundregeln halten, dann brauchen Sie sich vor keiner Situation zu fürchten:

  1. Seien Sie sich der Konventionen bewusst. Regeln bieten eine Orientierung. Was ist in Ordnung? Was macht mein Gegenüber stutzig? Nur wer die Regeln kennt, kann die Reaktion seiner Mitmenschen richtig einschätzen. Sind Sie sich dieser Regeln bewusst, bleibt immer noch genug Spielraum für individuelle Modifizierungen.
  2. Kennen Sie sich selbst. Sie haben sich ja vielleicht schon unter den oben genannten Typen wiedergefunden. Wenn man seine persönlichen Stolperfallen kennt, kann man Sie auch ganz leicht umgehen – ohne sich dabei zu verbiegen.
  3. Sprechen Sie den Regelbruch an. Gibt es einen guten Grund eine Regel zu brechen, dann wird es für jeden nachvollziehbar. Also lassen Sie es nicht unkommentiert, wenn Sie sich bei großer Hitze als erster das Jackett ausziehen oder als erster mit dem Essen beginnen, weil Ihr Gericht sonst kalt wird. Vielleicht teilt nicht jeder Ihr Verhalten – aber es ist jetzt begründet und nachvollziehbar und nicht einfach nur ein gedankenloser Fauxpas.

E-Zigaretten am Arbeitsplatz – Grauzone für den blauen Dunst

E-Zigaretten werden immer beliebter. Das liegt auch daran, dass man mit den kleinen Dampfern auch dort für blauen Dunst sorgen darf, wo die herkömmliche Zigarette längst verbannt wurde.

Ob das auch am Arbeitsplatz gilt, ist pauschal nicht zu beantworten. Spezielle Einträge zu E-Zigaretten im Nichtraucherschutzgesetzt oder anderen offiziellen Richtlinien fehlen bislang.

Am Arbeitsplatz gelten aber zwei Grundsätze:
Es bedarf auf jeden Fall der Zustimmung des Arbeitsgebers – und damit ist nicht der nächste Vorgesetzte gemeint, sondern derjenige, der als Kopf des Unternehmens das Hausrecht für das betroffene Gebäude besitzt.

Auf der anderen Seite ist hier die jeweilige räumliche Situation einzubeziehen und ein rücksichtsvolles Miteinander gefragt. In einem eng besetzten Großraumbüro mit vielen Nichtrauchern sollte man besser auch die E-Zigarette liegen lassen.

Im Idealfall lässt man sich sowieso nicht vom konzentrierten Arbeiten ablenken und greift nur in den offiziellen Pausen zur Zigarette – ob mit oder ohne Elektroantrieb.

F

Viele Grüße

Sie wollen persönliche Festtagsgrüße an Geschäftspartner oder gute Freunde richten? Dann empfehlen wir Ihnen eine Rarität, die im Zeitalter der digitalen Kommunikation beinahe in Vergessenheit geraten ist:

Ein handgeschriebener Brief war früher der Standard, wenn man Kontakte über größere Entfernungen aufrechterhalten wollte. Heute ist es vor allem im geschäftlichen Umfeld etwas ganz Besonderes, wenn schon der Umschlag von der Norm abweicht, die Adresse nicht aufgedruckt wurde und der Verfasser eine hübsche Briefmarke ausgesucht hat.

Personalisierter Serienbrief als Alternative

Je intensiver und persönlicher Ihre Beziehung zum Empfänger ist, desto mehr bietet sich auch im geschäftlichen Umfeld ein individueller Brief an. Natürlich dürfte die Zeit gerade dafür reichen, für den engsten Kreis zu hochwertigem Briefpapier und Füllfederhalter zu greifen. Für alle weiteren Empfänger werden Sie vermutlich als „zweitbeste Alternative“ auf personalisierte Serienbriefe zurückgreifen. Senden Sie möglichst unterschiedliche Texte an Freunde, Bekannte, Familienangehörige, Kunden, Geschäftspartner, Mitarbeiter und Kollegen, denn: Das ist einfacher, als einen zu allen Gruppen passenden Standard zu formulieren.

Der Standard mit individuellem Zusatz

„Ich denke gern an unser letztes Treffen im November und die Ideen zurück, die wir im neuen Jahr weiter verfolgen sollten“, oder „Wie Sie unser Partnertreffen im November organisiert haben, war wirklich hervorragend. Nochmals vielen Dank für Ihr Engagement“. Mit solchen persönlichen Zusätzen können Sie den Standardbrief ergänzen und dem Empfänger zeigen, dass Sie beim Versand speziell an ihn gedacht haben. Diese Botschaften wirken nachhaltig, auch wenn sie relativ kurz sind und nicht allzu viel Zeit beanspruchen.

Fettnäpfchen

GDIC Business Knigge

Wenn man die Frau vom Chef mit dessen Tochter verwechselt, sein neues Auto unwissentlich als „Bonzenschleuder“ bezeichnet oder in Gegenwart eines Holländers über Wohnwagen lästert – dann steht man mitten drin: Fettnäpfchen lauern überall und können manches Geschäft beenden, bevor es überhaupt begonnen hat.

Sind Personen in der Runde, die Sie noch nicht kennen oder die Ihnen gerade erst vorgestellt wurden, sollten Sie daher generell Ihre Zunge im Zaum halten. Ist die unpassende Bemerkung allerdings schon raus, kann ein schnelles Ablenkungsmanöver helfen: „Unglaublich, wie jung man bei guter Pflege aussehen kann“, bringt Sie zu einem spitzbübischen Lächeln um die Kurve. Oder Sie reden einfach weiter dass Sie „selbst noch nie Campingurlaub gemacht haben, nur deshalb Vorurteile haben und neugierig auf Erfahrungsberichte sind.“ Am höflichsten ist jedoch eine einfache Entschuldigung vor allem dann, wenn Ihre Taktlosigkeit jemanden verletzt haben könnte. Und wenn Ihr Gegenüber bei Ihnen mit Anlauf ins Fettnäpfchen hüpft, helfen Sie ihm wieder raus. Erzählen Sie einfach, welcher Klopfer Ihnen unlängst passiert ist – und schon haben Sie ein neues Gesprächsthema.

Fettnäpfchen (II)

Wann bekommt man mit Sicherheit rote Ohren? Richtig – dafür reicht es, zum falschen Zeitpunkt und vor den falschen Personen völlig unbedarft ins Fettnäpfchen zu treten. Wir geben Tipps, wie man in die schlimmsten Fallen gar nicht erst hinein tappt:

Tipp Nummer 1: Erst überlegen, dann reden

Zwei Beispiele, warum Reden Silber und Schweigen wirklich Gold ist:

  • Die Dame vor Ihnen hat betont weibliche Rundungen? Dann hat sie vielleicht gerade mit dem Rauchen aufgehört oder nur Gewicht zugelegt, weil sie im neuen Lieblingslokal die komplette Speisekarte testen musste. Jetzt zu fragen, seit wann sie schwanger ist, führt ganz bestimmt zu einem Punktabzug!
  • Der neue Geschäftspartner ist mit einer sehr jungen Tischdame zum Business-Dinner eingeschwebt? Gratulieren Sie ihm nicht zu seiner hübschen Tochter – es könnte die aktuelle Ehefrau sein.

Tipp Nummer 2: Nicht einfach losplappern

Theodor Heuss , von 1949 bis 1959 erster Präsident der Bundesrepublik Deutschland, war für seine fremdsprachlichen Ausrutscher berühmt. Wie man ihm heute nacheifern kann, zeigen die folgenden Beispiele:

  • „Can I become a beafsteak, please?“, fragte der deutsche Gast den Kellner in London. “I hope not, Sir, antwortete dieser nicht ohne Sorge, denn: das englische „become“ hat nichts mit dem deutschen „bekommen“ zu tun sondern formuliert in der Übersetzung die Frage, ob der Gast denn selbst in die Pfanne gehauen würde.
  • Ebenfalls komplett daneben ging die Frage in Mailand, wo der Restaurantbesucher „due bistecca“ für sich und seine Freundin nachgeordert hat. Statt mit Messer und Gabel kam der Kellner mit zwei saftig gebratenen Steaks zurück.

Sollte man vielleicht doch ausnahmsweise mal mit dem Finger auf das tippen, was man haben möchte, statt mit seinem vermeintlich weltgewandten Auftreten im Fettnapf zu landen?

Tipp Nummer 3: Humor ist, wenn man über sich selbst lacht

Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, warum sich Schottland unbedingt von der britischen Krone lösen wollte?

  • Prinz Phillip zum Beispiel könnte einen der Gründe geliefert haben. Er fragte nämlich einen schottischen Fahrlehrer: „Wie schaffen Sie es nur, die Einheimischen so lange vom Schnaps fernzuhalten, bis sie die Prüfung bestanden haben?“ .

Unpassende Witze sprechen sich nicht so schnell herum, wie der Ärger über den, der sie erzählt hat. Um niemanden zu verletzen, sollten Sie Witze daher nur über sich selbst und nicht über andere machen!

G

Geschenke: Immer das richtige Gastgeschenk

Gastgeschenke:
Wissen ist Macht, das gilt auch für das richtige Geschenk. Der Gastgeber ist ein Technik-Freak? Die Gastgeberin hat den grünen Daumen? Ein Computermagazin oder eine Gartenzeitschrift kosten nicht die Welt und sind schnell besorgt.

Mit leeren Händen zur privaten Einladung?
Niemals! Ihr Gastgeber hat Zeit, Geld und Ideen investiert, um ihnen ein paar schöne Stunden zu bereiten. Zeigen Sie ihm ihre Wertschätzung – dabei zählt die Geste, nicht der Wert.

Keine Idee? Kein Problem!
Entscheidend ist der Kontext, nicht etwa der Wert, die Exklusivität oder ähnliches. Der Designfan freut sich über eine ausgefallene Designerlampe – aus Papier. Der Ausrichter einer Grillparty bekommt einen Sack Grillkohle „damit dir nie die Kohle ausgeht“.

Und wenn man den Gastgeber nicht gut kennt?
Dann heißt es Augen und Ohren auf. Lädt die neue Kollegin ein? Hat sie nicht gestern in der Kantine von ihrer neuen Küche gesprochen? Ein neues Kochbuch – Volltreffer!

Noch mehr Geschenkideen
Ge- und Verbrauchsgeschenke gehen immer. Ein Windlicht und eine edle Tafel Berger-Schokolade „Champagner-Rose gefüllt“ zur Gartenparty. Hübsche Papierservietten je nach Jahreszeit, kombiniert mit einer Kreation Meersalz, oder Basilikum im Topf mit edlem Olivenöl oder besonderem Balsamicoessig.

Achtung! Geschenke Fettnäpfchen
Zu persönlich ist auch nicht gut. Intime Geschenke wie Parfüm, Wäsche oder Seife sind eher schwierig. Auch sollte man vorsichtig sein, wenn man ungeliebte Geschenke weiter verschenkt. Vielleicht ist ihr Netzwerk schon größer als sie denken …

Das beste zum Schluss – was darf ein Geschenk kosten?
Grundsätzlich gilt – die Geste zählt. 10 bis 20 € – mehr muss eine nette Aufmerksamkeit nicht kosten. Vorsicht bei teuren Geschenken – das setzt den Gastgeber unter Druck und bewirkt am Ende genau das Gegenteil von dem, was Sie beabsichtigt haben.

Geschenke ablehnen – aber richtig.

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft – und den Jahresumsatz. Wann ein Geschenk unangemessen ist, entscheiden entweder die Compliance Regeln des Unternehmens, oder, wenn diese fehlen, jeder Mitarbeiter selbst.

Ein Geschenk abzulehnen kann auch dazu führen, dass sich auch der Absender abgelehnt fühlt. Ein Geschenk, versehen mit dem Dank für ein gutes Geschäftsjahr und der Hoffnung auf die Fortsetzung, das kommentarlos zurückkommt, spricht eine deutliche Sprache.

Selbstverständlich dürfen Sie ein Geschenk ablehnen, wenn es Ihnen unangemessen erscheint oder Sie befürchten, dass der Verdacht einer Vorteilsannahme entstehen könnte. Aber auf keinen Fall darf das ohne eine entsprechende Erklärung passieren. Erläutern Sie die Ablehnung und verweisen Sie entweder auf die gültigen Regeln in Ihrem Unternehmen oder spielen Sie sich selbst den Schwarzen Peter zu. So könnten Sie Ihrem Gegenüber beispielsweise freundlich vermitteln, dass Sie sich nicht wohlfühlen, wenn Sie ein Geschenk solch einer Größenordnung annehmen.

Eine elegante und für alle Beteiligten zufriedenstellende Variante kann die Tombola oder die Versteigerung sein. Viele Unternehmen sammeln alle Geschenke und veranstalten auf der betrieblichen Weihnachtsfeier eine Tombola, bei der alle Mitarbeiter gleichberechtigt mit Losen versorgt werden. Die Absender werden über dieses Vorgehen informiert und erhalten selbstverständlich ein Dankesschreiben.
Alternativ kann man für besonders wertvolle Geschenke eine Versteigerung veranstalten, deren Erlös dann einem guten Zweck gespendet wird. Auch hier wird der Absender mit einbezogen, vielleicht bei der Versteigerung mit genannt und ebenfalls mit einem Dankesschreiben bedacht.

So zeigen Sie deutlich die Wertschätzung für die „Spender“ und entgehen gleichzeitig jedem Vorwurf der Vorteilsnahme.

GROSSBUCHSTABEN und !!!!!!! – Oder wie schreibe ich eine E-Mail

Ganze Sätze durchgängig in großen Lettern geschrieben, gefolgt von einer beliebigen Anzahl Ausrufungszeichen. Teilweise sehen E-Mails aus als wäre der Verfasser auf der Tastatur eingeschlafen.

Chats, E-Mails, Kurznachrichten haben das Bild schriftlicher Äußerungen wesentlich verändert. Wo früher eine ordentliche, ausdrucksstarke Handschrift, in einem persönlichen Brief beeindruckt hat, glotzen einen heute Emojis mit heraushängenden Zungen an, brüllen ganze Sätze in Großbuchstaben, erschweren Abkürzungen das Verständnis und nutzen auch hochgestellte Persönlichkeiten eine Sprache, die früher nur bei Donald Duck zu finden war. Sooo sad, Very very sad!!!!!!!

„Die Schwierigkeit bei der Kommunikation über E-Mails ist, dass alle nonverbalen Signale wie Stimmlage oder Mimik wegfallen. Manche Leute versuchen daher, ihre Botschaft mittels solcher optischer Hilfsmittel deutlich zu machen“, erklärt Dr. Monika V. Kronbügel. Man sollte es mit diesen Eskapaden im Schriftbild jedoch nicht übertreiben.

Großbuchstaben sind die Steigerung des Ausrufezeichens und entsprechend sparsam sollten beide eingesetzt werden. Wer etwas ausruft, der hat Angst, ruft um Hilfe oder ist wütend. Wer in Großbuchstaben schreibt und am Ende noch ein paar Ausrufezeichen setzt, der braucht offensichtlich viel Hilfe. DAZU KOMMT, DASS GANZE SÄTZE IN VERSALIEN GESCHRIEBEN, SEHR SCHWER ZU LESEN SIND. Sehen Sie?

Also – bevor Sie das nächste Ausrufezeichen benutzen, überlegen Sie, ob Sie das, was Sie da gerade schreiben auch laut Ihrem Gegenüber bei einem Gespräch zurufen würden. Nein? Dann lassen Sie es auch in der E-Mail.

H

Handicap

Der selbstverständliche Umgang mit Menschen mit geistig oder körperlicher Behinderung fällt den meisten Nichtbehinderten oftmals schwer. Ob im beruflichen oder privaten Umfeld. Dabei ist der Grundsatz eigentlich recht einfach und universell. Behandeln Sie jeden Menschen gleich! Wenn Sie erkennen, dass jemand offensichtlich Hilfe braucht, dann sprechen Sie ihn an. Ob derjenige nun Hilfe braucht, weil er mit seinem Rollstuhl eine Barriere nicht überwinden kann – oder ob sich jemand offensichtlich verlaufen hat, das spielt dabei überhaupt keine Rolle.

Wer Menschen mit Behinderung allein wegen ihres Handicaps als „hilfsbedürftig“ erkennt und Sie mit übertriebener Rücksicht, Fürsorge und Aufmerksamkeit bedenkt, der diskriminiert sie genauso wie der, der Ihnen bestimmte Fähigkeiten und Begabungen von vornherein abspricht, weil sie z. B. in einem Rollstuhl sitzen.

Sehen Sie also den Menschen. Den Mann, die Frau, den Kunden, die Mitarbeiterin und nicht den Menschen mit Behinderung. Bieten Sie Hilfe an, wenn sie offensichtlich benötigt wird, aber helfen Sie nie ungefragt. Deutlicher kann man jemanden nicht sagen, dass man ihm nichts zutraut!

Hierarchien

In Dänemark, Deutschland oder Australien ist es „politisch korrekt“, wenn man morgens mit dem Fahrrad zur Firmenzentrale strampelt. Lässt dagegen der Konzernchef aus China die Luxuslimousine in der Garage stehen, werden vermutlich sogar die Mitarbeiter den Respekt verlieren.

Interkulturelle Unterschiede gibt es also auch bei den Statussymbolen – und die wollen beachtet werden, je nachdem, in welchem Kulturkreis man sich gerade bewegt. Was in egalitären Kulturen gern als „motivierende Kommunikation auf Augenhöhe“ praktiziert wird, empfindet man in hierarchischen Kulturen als Ausdruck mangelnder Wertschätzung:

In einer egalitären Kultur gelten folgende Grundsätze:

  • Mit dem ein wenig Fingerspitzengefühl ist es in Ordnung, dem Chef auch vor anderen offen zu widersprechen.
  • Vorgesetzte schätzen Eigeninitiative und moderne Führungskräfte wünschen sich durchaus, dass ihre Mitarbeiter in Standardsituationen Entscheidungen auf eigene Faust treffen.
  • Kunden oder Lieferanten erwarten bei Geschäftsterminen nicht unbedingt Gesprächspartner, die sich auf der gleichen hierarchischen Ebene befinden.
  • Es gehört zum Tagesgeschäft, über mehrere Hierarchieebenen hinweg miteinander zu kommunizieren – sei es am Telefon oder per Mail.
  • Rechnen Sie damit, dass es bei Besprechungen mit Kunden oder Partnern keine genau festgelegte Sitz- oder Redeordnung gibt.

In einer hierarchischen Kultur gelten ganz andere Regeln:

  • Vor allem in der Öffentlichkeit zählt die Meinung des Chefs, der sich die Mitarbeiter beugen.
  • Der Mitarbeiter fragt seinen Vorgesetzten grundsätzlich um Erlaubnis und handelt nicht eigenverantwortlich.
  • Teilen Führungskräfte ihre Absicht mit, selbst an einem Treffen oder einer Besprechung teilzunehmen, werden Lieferanten oder Kunden ebenfalls ihre Vorgesetzten entsenden. Sagt Ihr Ihr Chef seine Teilnahme ab, werden auch die Gesprächspartner vermutlich in „untergeordneter“ Besetzung erscheinen.
  • Rechnen Sie damit, dass die hierarchische Ordnung jederzeit konsequent eingehalten wird: Es kommunizieren nur diejenigen Teilnehmer miteinander, die auf der gleichen hierarchischen Stufe stehen.
  • Sehr wahrscheinlich ist zudem eine genau festgelegte Sitz- oder Redeordnung: Die Teilnehmer werden ihrer Position entsprechend platziert und auch in dieser Reihenfolge angesprochen.

Höflich & diskret

Jeder kennt das – wenn jemand so richtig ausrastet, laut wird und die Beherrschung verliert, dann wirkt das eher lächerlich, unsouverän, hilflos. Bleiben Sie also ruhig, höflich aber bestimmt. Eine substantive Kritik, ruhig aber deutlich vorgetragen, schlägt jeden Wutanfall um Längen.

Noch viel wichtiger aber ist, dass persönliche Kritik auch persönlich bleiben sollte. So etwas gehört nicht in die Öffentlichkeit. Führen Sie solche Gespräche immer unter vier Augen. So wird aus dem Bloßstellen eher ein Hinweis, wie es in Zukunft vielleicht besser geht. Das gilt sowohl für Kritik nach oben als auch nach unten. Auch Ihr Vorgesetzter sollte souverän genug sein, um auf mögliche Fehler hingewiesen zu werden. Wenn nicht, dann machen Sie ihn doch mal darauf aufmerksam – unter vier Augen.

I

Virtuelle Freunde

GDIC Business Knigge

Böse Falle: Die sozialen Netzwerke haben ganz offensichtlich jene Hemmschwellen beseitigt, die im wirklichen Leben das Kennenlernen und die Umgangsformen regeln. Doch wer die Freundschaftsanfrage vom Chef leichtfertig als Aufforderung zur Kumpanei versteht und der besten Kundin schlüpfrige Komplimente für das neue Profilbild auf Facebook macht, kann sich ganz schnell ins Aus schießen.

Die Umgangsformen

Wenn sich der Vorgesetzte auf Facebook, Twitter oder Instagram auf den Vornamen reduziert und die Kontaktanfrage von Sabine statt von Frau Dr. Thomson kommt, sollten Sie sich weiterhin an die Höflichkeitsformen aus dem Geschäftsleben halten. Auch wer befreundet ist, geht damit nicht automatisch zum „Du“ über.

Wenn der Chef eine Kontaktanfrage stellt

In sozialen Netzwerken ist es durchaus üblich, persönliche Vorlieben mehr oder weniger offen zu zeigen und das ein oder andere Bildmotiv aus dem Privatleben zu posten. Mal ganz ehrlich: Wollen Sie den Boss in Badehosen sehen oder soll er wissen, dass Ihr neues Segelboot der Grund ist, warum Sie sich jeden Freitag pünktlich zur Mittagszeit aus dem Büro schleichen? Diese Möglichkeiten haben Sie:

  • Sie können die Anfrage höflich mit der Begründung ablehnen, dass Sie Facebook nicht für Geschäftskontakte nutzen, da Sie Beruf- und Privatleben strikt trennen. Bieten Sie stattdessen an, sich zum Beispiel über das Business-Netzwerk XING zu vernetzen.
  • Wenn Sie die Anfrage bestätigen möchten oder müssen, aber private Dinge nicht preisgeben wollen, ändern Sie die Sicherheitseinstellungen in Ihrem Facebook-Account. Unter „Freunde bearbeiten“ können Sie eine spezielle Liste für berufliche Kontakte erstellen und über die „Privatsphäre“-Einstellungen bestimmen, welche Inhalte diese Geschäftsfreunde sehen dürfen.
  • Die Kontaktanfrage kommt von einer unbekannten Person? Dann können Sie natürlich auch mit der freundlichen Begründung ablehnen, dass Sie sich über Facebook nur mit Menschen vernetzen, die Sie auch aus dem realen Leben kennen.

Und, egal in welchem Netzwerk: Überlegen Sie sorgfältig, ob und mit welchen Worten Sie Kommentare abgeben!

Wann Sie eine Anfrage annehmen sollten

Bei den Seminaren der Global DiVision-Partner lernen sich Menschen mit oft gleichen Interessen kennen. Ihnen empfehlen wir, Kontaktanfragen untereinander über Business-Netzwerke zu stellen und unbedingt anzunehmen. Ganz oft kommen sie damit beruflich weiter, indem Aufgabenstellungen und deren Lösungen aus den Coachings vertieft und Ergebnisse der Umsetzung in der Praxis ausgetauscht werden.

Aus diesen intelligenten Verbindungen entstehen oft weltweite Netzwerke, in denen interkulturelle Grenzen sehr viel leichter überbrückt werden als unter Standardbedingungen.

K

Warum halten Kellner beim Weineinschenken die Hand hinter dem Rücken?

Wie viele Traditionen hat auch diese Geste einen heute eher skurril anmutenden Grund. Im alten Ägypten hielten die Diener die linke (unreine) Hand hinter dem Rücken. So war sichergestellt, dass sie ihren Herren nichts Böses antun, sie weder vergiften noch erstechen konnten. Im alten Rom wurde den Sklaven, aus dem gleichen Grund, die linke Hand auf dem Rücken festgebunden.

Die Angst, vergiftet zu werden, hielt sich übrigens bis zur Ritterzeit: Das Anstoßen mit den Sitznachbarn hatte auch den Grund, dass einige Spritzer des eigenen Getränks in das Glas des Nachbarn schwappten. Hätte er seinem Gegenüber heimlich Gift eingeschüttet, würde er sein eigenes Getränk nach dem Anstoßen nicht mehr anrühren.

Die Chance heutzutage in einem Restaurant vergiftet zu werden, tendiert eher gen null. Die Hand hinter dem Rücken wirkt nicht nur antiquiert – sie ist es auch. Das Zuprosten ist noch heute ein Zeichen von gegenseitiger Sympathie. Das mit dem Überschwappen sollte aber lieber nicht sein.

Das “kleine Schwarze” – ein ganz großes Thema

Ursprünglich mal skandalumwittert ist das „kleine Schwarze“ heute oft erste Wahl bei Damen, wenn der Dresscode für den Herren „dunkler Anzug“ lautet.

Als Coco Chanel, die als Erfinderin des „kleinen Schwarzen“ gilt, den bis dahin opulent geschmückten Damen verordnete, auf das Korsett und alles andere Überflüssige zu verzichten, war das knapp unter dem Knie endende „kleine Schwarze“ genauso revolutionär wie skandalös.

Heute gehört es zum festen Repertoire bei den großen und kleinen Auftritten rund um die Welt. Auch weil es so wandelbar ist. Es sollte schlicht, schwarz, kurz und Figur umschmeichelnd sein. Das war es dann aber auch schon mit den Vorgaben. Lange oder kurze Ärmel, Stehkragen, Rolli oder offenes Dekolleté. Unterschiedlichste Materialien – für jeden Anlass und für jeden Typ Frau gibt es das richtige „kleine Schwarze“.

Kondolieren per E-Mail – Ja oder Nein?

Kondolieren per E-Mail – Ja oder Nein?

Sie erhalten per E-Mail die Nachricht, dass ein Geschäftspartner leider verstorben ist. Was nun? Einfach antworten?


Eine E-Mail ersetzt keine Kondolenzkarte 

Wenn man Sie per E-Mail informiert hat, wird man sich sicherlich wundern, wenn Sie nicht unmittelbar auf diese Information reagieren. Per E-Mail zu kondolieren ist allerdings sehr unüblich und nicht empfehlenswert. Die elektronische Kommunikation wirkt sachlich und unpersönlich, sie kann eine Kondolenzkarte oder ein Trauerschreiben nicht ersetzen.


Verzichten Sie daher auf gar keinen Fall darauf, Ihr Beileid offiziell und per Post zu übermitteln. 
Ergänzend darauf können Sie auf die E-Mail reagieren, etwa:

Sehr geehrte(r) Herr/Frau …,

Ihre E-Mail erschüttert mich, ich bin traurig und schockiert zugleich. Vielen Dank, dass Sie mich sofort und unbürokratisch informiert haben. Natürlich möchte ich Ihnen noch viel mehr sagen, allerdings nicht jetzt, nicht per E-Mail. Ich melde mich bei Ihnen! Ihr(e) …

L

Treppen mit Ausblick

GDIC Business Knigge

Ist es für Sie etwa eine Unverschämtheit, wenn der Mann die Treppe hinter einer Frau nach oben geht? Dann liegen Sie falsch und tun den Herren Unrecht. Die wollen nämlich nicht nur gierige Blicke auf lange Beine unter vielleicht kurze Röckchen werfen. Im Gegenteil ist es die Sorge um die Gesundheit der Damen, für die sie gern zurück und weiter unten bleiben!

Das war mal anders. Noch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts hatte der Herr gefälligst vorzugehen, um Fesseln oder Waden vor unverschämten Blicken zu verstecken. Damit war zwar die Intimsphäre geschützt, aber nicht die Gesundheit. Bei einem Fehltritt ging es für die Dame bergab, weil keine helfende Herrenhand zum Auffangen bereit stand.

Doch weil auch damals blaue Flecken und Gipsbeine nicht wirklich im Trend lagen, wurde den Männern sehr bald ihr bis heute aktueller Stammplatz zugewiesen. Die Treppe hinunter dürfen sie vor und die Treppe hinauf hinter der Frau gehen, müssen dafür aber zwingend alles im Blick haben. Ihre Aufgabe ist kein prüfender Blick auf die Anatomie sondern permanente Einsatzbereitschaft, um bei Bedarf (also einem Sturz) Hand anlegen zu können. Nachdem Mary Quant dann im Jahr 1959 den Rocksaum obendrein ganz weit nach oben gezogen hatte, mussten die Benimmregeln ohnehin umgeschrieben werden.

Heute bekommt in 0,42 Sekunden 67.000 Suchergebnisse, wer mit Googles Hilfe das Internet nach „Treppe“ und „Minirock“ durchsucht – und nicht alle davon sind so seriös, wie der Knigge als deutscher Leitfaden für gutes Benehmen. Der sagt: „Wenn man ein oder zwei Stufen hinter der Frau bleibt, gibt es auch beim kürzesten Kleidchen nichts zu sehen.“ Dagegen haben die kanadischen Forscher B.J. Rye und Glenn J. Meaney herausgefunden, dass 70 Prozent der Männer gern auch etwas tiefer blicken und das Risiko eingehen, dabei ertappt zu werden. Inzwischen wächst allerdings auch die Bereitschaft der Frauen zum optischen Übergriff. Schon einem guten Drittel von ihnen gefällt es, wenn sie im Treppenhaus mehr als nur den Blick auf die Stufen geboten bekommt.

Wie sieht das im Job aus?

Während der private Mann beim Aufstieg ausnahmsweise mal den Po vor Augen haben darf, sollte er im Beruf mit dem weiblichen Gegenüber auf Augenhöhe bleiben. Im Klartext: Sie und er gehen nebeneinander – es sei denn, es wird zu eng. Dann genießt sogar der männliche Gast auf dem Weg nach oben den Schutz der ortskundigen Gastgeberin. Besteht er dagegen auf die Kavaliersposition, darf Geschäftspartnerin, Kunden oder Kollegin gern den ersten Schritt (auf die Treppe) machen.

M

Führungstipps (I): „Gib mal her“

Eingreifen – oder kontrolliert laufen lassen? Besonders junge Führungskräfte spüren den Konflikt, wenn Zeitdruck, hohe Erwartungen des eigenen Vorgesetzten oder Störungen im laufenden Projekt zunehmend Einfluss auf die eigenen Entscheidungen gewinnen. Kann oder soll man in solchen Situationen trotzdem der Versuchung wiederstehen, Aufgaben an sich zu ziehen?

Vielleicht lösen Führungskräfte einige Probleme schneller, als die eigenen Mitarbeiter. Aber mit allem, was sie auf ihren eigenen Schreibtisch stapeln, sinken Motivation und Selbstständigkeit. Doch nicht nur davor warnen die Trainer von GDIC in fast jedem Führungsseminar: „Vorgesetzte verlieren den Überblick, wenn sie zu viele Details im Auge behalten müssen“, weiß Monika V. Kronbügel, CEO von Global DiVision. „Deshalb ist es keine Lösung, die Mitarbeiter zu entmündigen und selbst einen Kontrollverlust zu riskieren.“

Die Fähigkeit, Aufgaben geschickt zu verteilen, fügen die Trainer ins Standardrepertoire der leitenden Angestellten ein. Jemanden zu unterfordern und damit zu langweilen ist genau so gefährlich wie die einem Mitarbeiter übertragenen Herausforderungen, denen er noch nicht gewachsen ist und die sein Selbstvertrauen verletzen. Die goldene Regel: fordern, fördern und befördern funktioniert, wenn sich jedes Teammitglied nur anstrengen, nicht aber überanstrengen muss. Doch wie bekommt man ausreichende Grundlagen für seine Entscheidung?

1. Situation einschätzen:

  • Droht den Unternehmen Schaden, weil mit Vertragsstrafen verbundene Termine nicht eingehalten werden oder Kunden verärgert werden könnten?
  • Handelt es sich um eine dringende Aufgabe, bei deren Erledigung bisherige Lösungsversuche gescheitert sind?
  • Können Fehlschläge toleriert werden, weil es dafür noch Pufferzeiten gibt.

2. Mitarbeiter einschätzen:

  • Wird der Mitarbeiter mit dieser Aufgabe allein fertig oder gab es schon bei der Aufgabenverteilung eine Fehleinschätzung?
  • Was wird benötigt – nur Zeit, Impulse oder vielleicht doch konkrete Hilfe, weil er am persönlichen Limit arbeitet?

Wie auch immer: „Gib mal her“ oder „Das macht man so und so“ sind keine Lösungen. Mit diesen Fragen reagieren Sie besser:

  • „Welche Lösung ist aus ihrer Sicht die beste“
  • „Was brauchen sie, um das Problem zu lösen?“
  • „Wie kann ich sie unterstützen?“

Durch die mit solchen Reaktion gezeigte eigene Gelassenheit nehmen Sie dem Mitarbeiter nicht das Nachdenken ab sondern geben nur die Richtung vor, statt gleich selbst ins Lenkrad zu fassen.

Wann Sie sofort einschreiten sollten:

Natürlich gibt es Situationen, die keinen Spielraum erlauben und auf die Sie sofort reagieren sollten. Zum Beispiel Mobbing, Ausgrenzung, das Überschreiten persönlicher Grenzen oder sexuelle Belästigung erfordern das unmissverständliche Statement des Chefs und Konsequenzen für den Wiederholungsfall.

Wo Sie noch mehr zum Thema erfahren:

    Führung & Management

Führungstipps (2): „Gut gemacht?“

Wenn der Chef seine Mitarbeiter plötzlich lobt, kommt das bei den Betroffenen nicht selten völlig falsch an. Grund dafür ist das über einige Zeit aufgebaute Misstrauen: „Wenn Vorgesetzte mit anerkennenden Worten taktieren, geht das sehr schnell nach hinten los“, warnt auch Monika V. Kronbügel, CEO von Global DiVision.

Das bringt gar nichts:

  • „Die Mannschaft leistet hervorragende Arbeit, ich möchte da keinen Einzigen ausnehmen“, ist eine Ansage, die bestenfalls Verwunderung auslöst. Bei den Mitarbeitern kommt der Verdacht auf, dass ihr Boss die Lerninhalte des letzten Motivationsseminars bei ihnen testet das Team schon sehr bald wieder heruntergeputzt wird.
  • „Ach Frau Meier, sie kochen immer so guten Kaffee“, ist ganz schlimm, wenn darüber die von derselben Mitarbeiterin gerade anspruchsvoll ausgearbeitete Präsentation vergessen wird. Werden nur die nichtigen Anlässe registriert, wird Frau Meier den Kaffee vielleicht sehr bald für einen anderen Chef kochen.
  • Zu viel Lob für den Lieblingsmitarbeiter kann ebenfalls kontraproduktiv sein, wenn es bei jeder sich bietenden Gelegenheit vor versammelter Mannschaft ausgesprochen wird. Damit macht man den Rest des Teams neidisch und isoliert den Betroffenen.

Das ist noch schlimmer:

  • Den einen Mitarbeiter zu loben um dem anderen zu zeigen, dass er nichts taugt, kann die Atmosphäre im Betrieb komplett vergiften.

Wer sich in diesen Beispielen selbst entdeckt, sollte das Loben dennoch nicht einstellen. Wichtig ist die Aufrichtigkeit: Großes Lob für große und kleines Lob für kleine Leistungen – und nicht immer nur vor versammelter Mannschaft. Umgekehrt sollte aber auch Kritik nie pauschal vorgebracht werden, sondern sachbezogen und unter vier Augen.

So loben Sie richtig:

  • Tun Sie’s sofort
    Warten Sie nicht erst ein paar Tage, sondern sprechen Sie sofort und klar aus, was der Mitarbeiter in Ihren Augen gut gemacht hat.
  • Halten Sie Blickkontakt
    Wer lobt, sollte seinem Gegenüber in die Augen sehen. Lassen Sie Ihrem Gegenüber danach eine kurze Atempause zum „Verdauen“ und schließen mit einem kurzen aber verbindlichen Händedruck ab.
  • Sagen Sie es unter vier Augen
    Vor großer Runde zu loben, bringt weniger als ein persönliches Gespräch. Aber bitte: vermeiden Sie dabei jede Übertreibung!
  • Formulieren Sie präzise
    Beschreiben Sie detailliert, was Ihnen gefallen hat. „Die Präsentation war gut“, ist zu schwach. „Prima, wie souverän Sie die Einwände des Kunden behandelt haben. Den haben Sie durch Ihre Sicherheit im Thema überzeugt“, ist besser und motiviert für die Zukunft.

N

Nomen est omen

Business Knigge

Obwohl der eigene Name das erklärte Lieblingswort ist, müssen sich 85 Prozent der Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner am Telefon mit einer falschen Aussprache, Betonung oder gar Verfälschung zufriedengeben. Woran liegt es, wenn nach einer Studie der Universität Kassel nur magere 15 Prozent richtig aufgesagt werden?

„Gut machen“ kommt am Anfang jeden Gespräches – nicht an dessen Ende. Wer also Kowalski oder Gosling nicht richtig verstanden hat, sollte sofort nachfragen und klären, ob der Meier nicht vielleicht doch wie der Mayer mit „ay“ geschrieben wird. Anderenfalls droht der beherzte Sprung ins Fettnäpfchen – und das könnte so aussehen:

  • „Mit wem habe ich gerade gesprochen“,
    provoziert die Antwort: „Das weiß ich doch nicht. Im Moment sprechen Sie mit mir.“
  • „Ich habe ihren Namen nicht verstanden“,
    kann Verärgerung auslösen. Denn auch wenn zu den 85 Prozent sicher auch ein erheblicher Teil durch nuscheliges Melden zur telefonischen Falschaussprache beigetragen hat, ist es niemandem angenehm, „nicht verstanden“ zu werden.
  • „Da müssen Sie mir Ihren Namen noch einmal sagen“,
    mag niemand hören, der sich nur ungern vorschreiben lässt, was er zu tun oder zu lassen hat – und das
  • „Wie war Ihr Name?“,
    ruft die Witzbolde mit der Antwort auf den Plan: „Mein Name ist immer noch …“ oder „Mein Name war mal Smith, doch bei der Heirat hab ich den Namen meiner Frau angenommen.“

Reagieren Sie also gleich beim ersten Telefonkontakt professionell, dann bleibt Ihnen vieles erspart…

O

Ist mein Büro besuchertauglich?

Und, wie sieht es auf Ihrem Schreibtisch aus? Mag sein, dass Sie als „großer Geist“ das Chaos überblicken. Ihre Besucher werden jedoch unruhig versuchen, über die Stapel aus Dokumenten, Privatkram, leeren Kaffeetassen und sonstigen Utensilien hinweg zu sehen, die sich über geraume Zeit dort angesammelt haben. Ist die leere Tischplatte an einem auch sonst sterilen Arbeitsplatz wirklich die bessere Alternative?

Fest steht: Chaos stresst das Auge und mindert das Wohlbefinden. Auch wenn Sie selbst in Ihrer „kreativen Ablage“ noch alles wiederfinden, gehört ein Mindestmaß an Ordnung aus Rücksicht auf Kollegen und Besucher dazu. Die wichtigsten Tipps:

  1. Notizzettel: Regelmäßig durchschauen, was sich inzwischen erledigt hat.
  2. Blumen auf der Fensterbank pflegen oder rauswerfen.
  3. Wasser aus dem Glas, nicht aus der Flasche trinken.
  4. Den anzüglichen Cartoon entfernen, er wirkt unseriös.
  5. Schmutziges Geschirr wegräumen.
  6. Mülleimer (und Aschenbecher) ausleeren und reinigen.
  7. Einkaufstüten in den Schrank stellen. Wo Sie in der Mittagspause eingekauft haben, geht den Besucher nichts an.
  8. Die offene Akte auf dem Tisch wegschließen. Sonst denkt der Besucher vielleicht, dass man es mit der Diskretion in diesem Unternehmen nicht allzu genau nimmt.
  9. Ordner in den Schrank räumen, sensible Daten verschließen, Papierstapel sortieren: Was hat sich inzwischen selbst erledigt?

Ordentlich, aber nicht perfekt
Aufzuräumen bedeutet nicht, den Arbeitsplatz in eine sterile Umgebung zu verwandelt, in der jeder Gegenstand perfekt platziert oder orthogonal ausgerichtet ist. Eine Kinderzeichnung, Ihr Familienfoto, ein schönes Bild, gepflegte Pflanzen und ein bisschen Arbeit auf dem Tisch signalisieren Ihrem Besucher, dass er es mit einem sympathischen Menschen zu tun hat. Übertreiben Sie es mit der persönlichen Note jedoch nicht, sonst wirken Sie unprofessionell und überfordert.

P

Zu spät?

GDIC Business Knigge

Dumm gelaufen, wenn ein deutscher Name auf der Visitenkarte steht: Weil die Germanen rund um den Globus einen Ruf zu verteidigen haben, müssen sie sogar bei Terminen in Südeuropa oder Südamerika pünktlich sein. Doch selbst wenn dieser permanente Blick auf die Uhr den anderen Nationen erspart bleibt, gibt es keine weltweit einheitlichen „Verspätungsregeln“.

Nord-Süd-Gefälle
Die Mehrheit aller Kulturkreise hat sich darauf verständigt, ausreichend „Spielraum“ in das private und berufliche Zeitmanagement einzubauen. Zum Beispiel in Frankreich, Spanien, Italien oder südlich des Panama Kanals sind Verspätungen bis zu 30 Minuten völlig normal und gehören eher zum guten Ton. Auf das Mitdenken kann man allerdings auf keiner Seite des Äquators verzichten und sollte auch im Teatro Amazonas rechtzeitig auftauchen, wenn man seinen Sitzplatz in der Reihenmitte hat.

Sprechen Sie Latein
Geht es dagegen nicht ohne exakte Vereinbarungen, hilft das „kleine Latinum“ als Sprachregelung zwischen Gastgeber und Gast:

  • „s. t.“ (lateinisch „sine tempore“) bedeutet wörtlich übersetzt „ohne Zeit“. Beginnt etwa ein Festakt um 11:00 Uhr s. t., sollten Sie dann bereits auf Ihrem Platz sitzen.
  • „c. t.“ (lateinisch „cum tempore“) heißt „mit Zeit“. Startet die Veranstaltung um 11:00 Uhr c. t., haben Sie ein Fenster von 15 Minuten, in denen Sie nichts Wesentliches verpassen.

Das Spiel mit dem Spielraum
Wie Sie mit den Zeitangaben umgehen sollten, hängt von der Formulierung der Einladung ab:

  • Heißt es darin „Wir laden Sie um 20.00 Uhr zum Abendessen ein“, sollten Sie möglichst um Punkt 20.00 Uhr klingeln.
  • Mit Texten wie „Ab 18:00 Uhr steht die Tür für euch offen – das Buffet ist für 19:00 Uhr bestellt“, „Ich erwarte euch gegen 19:00 Uhr“ oder „Die Party beginnt um 21:00 Uhr, das Ende ist offen“ gibt der Gastgeber Signal, dass es auf ein paar Minuten nicht ankommt.
  • Steht in der Einladung „Wir laden Sie herzlich zu einem Empfang zwischen 10:00 und 14:00 Uhr ein“ kann ein Gast in der gesamten Zeitspanne kommen und gehen, sollte aber aus Höflichkeit mindestens eine halbe bis eine Stunde bleiben.

Ist Ihr Gast unpünktlich? Müssen Sie warten, weil sich Ihr Gast ohne erkennbaren Grund unentschuldigt verspätet, können Sie das schnell und wohlwollend entschuldigen oder sofort mehr Pünktlichkeit einfordern. Setzen Sie eine Grenze, wenn der Andere die Verspätung für harmlos oder normal hält oder beenden Sie ein unter Umständen vermutetes Machtspiel zum Beispiel mit den folgenden Worten: „Mich stört es, hier allein zu sitzen und zu warten. Ich selbst habe mich sehr beeilt, um dich nicht warten zu lassen. Bitte sei das nächste Mal pünktlich.“ Überschreitet Ihr Gegenüber im Widerholungsfall die vereinbarte Zeit um mehr als eine Viertelstunde, sollten Sie nicht länger warten. Und als Gastgeber? Es sollte nicht vorkommen, kann aber passieren: Wenn Sie es selbst nicht zur vereinbarten Zeit schaffen, werden Ihre sensiblen Gäste sich nicht einfach setzen oder unaufgefordert das erste Getränk auf Ihre Rechnung bestellen. Rufen Sie in solchen Fällen im Restaurant oder Veranstaltungsort an und bitten darum, Ihre Gäste von der Verspätung zu informieren, sie zum Tisch zu begleiten und ihnen einen Aperitif anzubieten.

S

Spenden statt Geschenke – seien Sie nicht nur großzügig, sondern zeigen Sie wahre Größe

Sie sind zu einem Geburtstag eingeladen, aber der Gastgeber verzichtet ausdrücklich auf Geschenke und wünscht sich stattdessen Spenden für eine gute Sache.

Wie verhält man sich nun richtig? Einfach anonym „einen Schein“ in das aufgestellte Sparschwein oder die Spende mit einem Umschlag und einer Karte als ihr Geschenk kenntlich machen?

Eine Spende ist immer eine selbstlose Geste – auch wenn Sie, wie in unserem Beispiel, verordnet wurde. Bewahren Sie also die gebotene Bescheidenheit und spenden Sie anonym. Eine Spende, die bewusst vom Spender als seine Spende markiert wurde, dient in erster Linie der eigenen Profilierung.

Aber -sollte es Ihnen, aus welchem Grund auch immer, besonders wichtig sein, dass der Gastgeber die Höhe ihrer Spende erfährt, dann lassen Sie das doch später, zufällig im Gespräch fallen. An diesem Abend oder bei einer späteren Gelegenheit.

T

Tablet-Trends

GDIC Business Knigge

Es gab einmal Zeiten, in denen man sich für das Handy-Telefonat im Restaurant böse Blicke der anderen Gäste eingefangen hat. Jetzt liegen statt der Speisekarten schon Tablet-PC’s auf dem Tisch und nehmen für den Kellner die Bestellungen auf. Ist das Elektronik-Verbot am Esstisch damit ganz offiziell aufgehoben?

Sie sind privat unterwegs

  • Nicht jeder von uns hat Spaß daran, seine Mahlzeiten allein im Restaurant einzunehmen. Wohin soll man seinen Blick wenden, wenn an den übrigen Tischen Paare oder Gruppen sitzen? Da ist die geräuschlose Nutzung des Tablets durchaus mit dem Lesen eines Buches vergleichbar und zwischen den Gängen völlig in Ordnung. Voraussetzung dafür ist, dass Sie die gastronomische Tischordnung nicht durcheinander bringen: Bestecke und Gläser sollten dort bleiben, wo sie vom Service eingedeckt wurden.
  • Auch wenn man zu mehreren unterwegs ist, müssen die mobilen Computer kein völliges Tabu sein. Im Gegenteil können sie eine Unterhaltung sogar bereichern, wenn man damit offene Fragen beantwortet, gemeinsam den Kinobesuch plant, die Ausflüge für den nächsten Tag zusammenstellt oder den Autor eines empfehlenswerten Buches recherchiert.

Aber bitte denken Sie daran: Sich aus der geselligen Runde zurückzuziehen, um allein in virtuellen Welten zu surfen, ist in jedem Fall ein Fauxpas. Nutzen Sie ein Tablet nur, wenn alle am Tisch einverstanden sind und sich keiner der Anwesenden dadurch vernachlässigt fühlt. Es sollte die gute Kommunikation nicht ersetzen, sondern fördern und unterstützen.

Geschäftlich im Restaurant

Bitte reservieren Sie bei formellen oder geschäftlichen Zusammenkünften Ihre ganze Aufmerksamkeit dem Geschehen um sich herum und den anderen Anwesenden. Dabei seinen Tablet PC zu nutzen wäre unpassend – und kaum eine Frage wird so dringend sein, dass sie nicht auch noch nach dem Essen beantwortet werden könnte.

Für Geschäftsreisende hat sogar die Bahn eigene Regeln erstellt. Damit niemand mehr mit dem iPad stundenlang die Restauranttische blockiert, herrscht dort nämlich ein ebenso striktes Tablet-Verbot, wie bei den Fluggesellschaften!

Wann ersetzen Tablet PCs die Speisekarten?

Allerdings kann die Entwicklung mal wieder die Benimm-Regeln überholen, die wir uns für diverse Anlässe gegeben haben: Demnächst dürfte auch in vielen europäischen Restaurants die Menübestellung auf dem Tablet PC die gute alte Speisekarte ersetzen. Der Trend kommt aus den USA, wo die Geräte nicht nur in Hamburger-Lokalen eingesetzt werden, sondern auch in immer mehr der besseren Restaurants. Die Kette Au Bon Pain will Tablet PCs sehr bald an allen 220 Standorten einsetzen und im renommierten Steakhaus Chicago Cut kann man das komplette Menü zusammenstellen, sich das dazu passende Getränk empfehlen lassen und im speziell entwickelten virtuellen Weinkeller mit 750 detaillierten Beschreibungen stöbern. Auch in Deutschland ist diese modernste Art der Bestellung bereits auf dem Vormarsch. So macht in Berlin der Byte-Burger seinem Namen alle Ehre und erlaubt dem Gast sogar, die Sonderwünsche auf die am Tisch festgeschraubten Bildschirme zu tippen. Das vegane Restaurant La Mano Verde etwa nutzt Tablets als digitale Weinkarte, die den Gästen die Winzer und Anbauregionen näher bringt, in Hamburg lassen die Kette Okiiri oder das Fugu ihre Gäste ohne Bedienung bestellen, in München unter anderem das La Baracca von Vapiano-Gründer Mark Korzilius, das mit dem digitalen Grillrestaurant B.Easy den ersten Ableger in Köln bekommen hat.

Der Ton macht die Musik

Oftmals wir Durchsetzungsfähigkeit mit Aggressivität verwechselt. Unfaire Angriffe, Manipulation und Respektlosigkeit ersetzen heute oft gute Argumente und geschickte Diplomatie.

Mit unserem Business Knigge tappen Sie nicht mehr in die Rechtfertigungsfalle, sondern reagieren souverän und sicher in allen Lebenslagen. „Wer schreit hat Unrecht“ hieß es früher oft – und tatsächlich hat man auch heute das Gefühl, dass besonders selbstbewusstes, offensives Auftreten – gerne gepaart mit persönlichen Angriffen und zweifelhaftem Vokabular – nur vom Mangel an Substanz des Vortrages zeugt.

Damit wir uns richtig verstehen: Höflichkeit und eine klare Sprache schließen sich nicht aus. Wer klare Ansagen macht und dabei höfliches Miteinander und Diplomatie nicht vergisst, bleibt in jeder Situation souverän auf Kurs.

Extra-Tipp:
Kraftausdrücke schüchtern den Gegenüber ein – Argumente überzeugen ihn. Wer gute Argumente mit guter Wortwahl kombiniert und hier und da ein „Bitte“ und „Danke“ einfließen lässt, bietet den „verbalen Neuzeit Rambo“ in jeder Situation die Stirn.

Trinkgeldkulturen

GDIC Business Knigge

Womit kann man auf seinen Geschäftsreisen die Servicekräfte in Restaurants oder Gaststätten am besten verwirren? Ganz richtig: Mit dem Trinkgeld. Ob man seine Rechnung auf den Cent genau bezahlt, den Betrag nur ein wenig nach oben aufrundet oder sich besonders zeigt, hängt nämlich nicht nur vom Grad der Zufriedenheit ab, sondern auch von seinem jeweiligen Aufenthaltsort.

Daher zuerst der Blick nach Ostasien, wo ja ohnehin alles anders ist: Weil es dort keine klassische Trinkgeldkultur gibt, bringen Scheine oder Münzen die Empfänger durcheinander, bei denen man sich ja eigentlich bedanken wollte. In chinesischen Restaurants ist es sogar verboten, aber dafür ist es üblich, dass der Gastgeber für alle bezahlt. Auch in Malaysia, Vietnam oder Thailand werden Trinkgelder in kleineren Restaurants als Almosen und daher als überhebliche Geste empfunden. Das kann in gehobenen Restaurants anders sein, wobei Sie mindestens zehn Prozent des Rechnungsbetrages geben sollten.

  • In Europa gibt es ein Nord-Süd-Gefälle. Während Trinkgeld in Dänemark und anderen skandinavischen Ländern weniger üblich ist, sind in Frankreich und Spanien zwischen fünf und zehn Prozent angemessen. In Italien, Griechenland oder der Türkei werden zehn Prozent der Rechnungssumme geradezu erwartet, in Österreich bis zu 15 Prozent. Dort bezahlt man seine Rechnung und lässt das Trinkgeld auf einem Tellerchen oder auf dem Tisch liegen. Aber bitte keine Minimünzen, weil das als grob unhöflich gilt!
  • Begleiten Sie ihre finanzielle Anerkennung mit einigen lobenden Worten.
  • Sollten Sie einen berechtigten Grund zur Klage haben, runden Sie den Betrag lieber nicht mit ein paar wenigen Cent nach oben auf, sondern verzichten ganz auf das Trinkgeld.

Wer in bar bezahlt, kann den Betrag inklusiver Trinkgeld natürlich mit einem „Vielen Dank, es stimmt so“ übergeben. Ebenso höflich ist es den Betrag zu nennen, den Sie zurückhaben möchten. Zahlen Sie mit Scheck- oder Kreditkarte, geben Sie das Trinkgeld möglichst separat dazu. Nur wenn Sie kein Bargeld in der Tasche haben, Ihre Anerkennung aber trotzdem ausdrücken möchten, sollten Sie den Zahlbetrag entsprechend aufrunden.

Trinkgeld im Hotel

GDIC Business Knigge

Kaum ein Thema beschäftigt Hotelgäste mehr, als die Trinkgeldfrage in Hotels rund um den Globus. Was ist angemessen und wo reagiert das Personal sogar verärgert, wenn man ein paar Münzen hinterlässt, den Rechnungsbetrag aufrundet oder einen Schein übergibt?

Die Unterschiede in den Ländern

  • Ägypten: Mit einem Euro oder US-Dollar macht man Zimmermädchen, Gepäckträgern und anderen Dienstleistern eine Freude.
  • China: Vor allem in weniger touristischen Gegenden ist Trinkgeld eher unbekannt. In großen Internationalen Hotels haben sich drei Yuan (etwa 40 €Cent) pro Übernachtung durchgesetzt.
  • Deutschland: Die Höhe des Trinkgelds bleibt dem Gast überlassen.
  • England: Ein Pfund pro Tag ist der „Tarif“ für Room Service und Zimmermädchen.
  • Frankreich: Hier gehört Trinkgeld zum guten Ton. Pro Tag sind ein bis zwei Euro für Zimmermädchen und Room Service in Ordnung.
  • Griechenland: Hier übergibt der freundliche Gast dem Zimmermädchen persönlich ein Trinkgeld bei der Abreise. Bis zu ein Euro am Tag ist angemessen.
  • Italien: Ein bis zwei Euro passen als Ausdruck der Zufriedenheit mit dem Room Service. Für Zimmermädchen wären es ein bis zwei Euro am Tag oder etwa fünf Euro in der Woche.
  • Japan: Hier hat Trinkgeld keine Tradition und wird oft sogar als Beleidigung empfunden.
  • Österreich: Idealerweise bedankt man sich bei der Abreise persönlich oder mit einem „Dankeschön“-Zettel und gibt ein bis drei Euro für den Tag. Für den Room Service sind maximal zwei Euro üblich.
  • Thailand: Dort können Sie dem Zimmermädchen mit einem 20-Baht-Schein (etwa 50 €Cent) pro Tag danken, den Sie auf dem Kopfkissen platzieren.
  • Skandinavien: Hotelservice ist in Norwegen, Dänemark und Finnland eigentlich im Rechnungsbetrag enthalten. Sehr zufriedene Gäste runden auf und geben den Zimmermädchen bei den schwedischen Nachbarn zwischen fünf und zehn (Kronen (50 €Cent bis ein Euro) pro Tag.
  • Spanien: Ein Euro pro Tag bzw. pro Bestellung wird vom Zimmermädchen oder vom Room Service gern angenommen.
  • Türkei: Hier hat „Bakschisch“ eine lange Tradition. Wenn Sie Zimmermädchen oder Gepäckträgern nicht pro Tag oder Bestellung zwei bis drei Lira (bis ein Euro) pro Tag geben, gilt das als unhöflich.
  • USA: Zwischen zwei und fünf Dollar pro Nacht sollten es sein. Platzieren Sie das Trinkgeld gut sichtbar oder besser noch mit einer Notiz auf dem Kopfkissen. Der Room Service freut sich über rund 15 Prozent des Rechnungsbetrages.

Und das gilt überall, wo man Trinkgeld zahlt

  • Geben Sie die gleichen Summen wie oben auch, wenn Ihnen das Einparken des Autos bei der Ankunft abgenommen wird oder der Hotelpage ein Taxi für Sie ruft.
  • Das gleiche gilt für das Housekeeping, wenn Sie zusätzliche Decken, Kissen oder vergessene Kosmetikartikel anfordern.
  • Beschafft Ihnen die Rezeption zum Beispiel Theaterkarten, Blumenpräsente oder Tickets für eine besondere Stadtrundfahrt, sollten Sie sich für solche Zusatzleistungen ebenfalls mit einem Trinkgeld erkenntlich zeigen

Alle Jahre wieder

GDIC Business Knigge

Auch in Sachen Trinkgeld werden Sie merken: es weihnachtet sehr. Da sind die Blicke von Babysitter, Zeitungsboten oder häuslichem Putzservice schon mal auf das gerichtet, was Sie an diesen Tagen zu geben haben. Doch Sie müssen keinesfalls die „Spendierhosen“ anhaben!

Bleiben wir zunächst privat

Zum Beispiel der Babysitter, der Zeitungsbote, der Hausmeister, die Friseurin, der Postbote, die Haushaltshilfe oder der Masseur sind für Ihre Aufmerksamkeit dankbar, wenn sie das ganze Jahr über gute Leistungen erbracht haben.

Darauf sollten Sie achten

Rufen Sie besser bei der Stadtverwaltung an, bevor Sie in Sachen Müllabfuhr die Geldbörse öffnen: Es gibt nämlich regionale Unterschiede, ob und in welcher Höhe Trinkgeld angenommen werden darf. Ebenfalls ungern wird es gesehen, wenn unzählige Flaschen Alkohol verschenkt werden.

Bei Post- und Paketboten sollten Sie das Trinkgeld nicht übertreiben. Eine gute Idee ist es, ihnen die Hälfte eines Herrenhaarschnitts bei Friseur zu zahlen. Wer bei Ihnen im Haushalt hilft, hat dagegen einen Wochenlohn verdient.

Haben Sie schon einmal daran gedacht, das Weihnachtsgeld in Arztpraxen schnell als Bestechungsversuch für kürzere Wartezeiten ausgelegt werden kann? Angenehmer sind Sachgaben, wie etwa hochwertiger Kaffee für die Gemeinschaftsküche oder selbst gebackene Plätzchen.

Gehen wir ins Büro

Im Geschäftsleben ist die Flut der hochwertigen Weine, Präsentkörbe oder Backwaren versiegt, die alle Jahre wieder verschenkt worden sind. Viele Firmen sind dazu übergegangen, den eingesparten Betrag zu spenden. Dafür gibt es dann eine Weihnachtskarte, in der die Überweisung an einen zum Beispiel sozialen Zweck erwähnt wird.

Doch leider ist es in ebenso vielen Unternehmen üblich, dass mit einer Gabe zu Weihnachten guter Service erkauft wird. Wer dem Hausmeister kein Präsent macht, muss länger warten. Hierbei ist eine gute Idee, sich selber treu zu bleiben. Geben Sie Geld oder Sachwerte nur, wenn Sie mit der Dienstleistung zufrieden waren und Ihrem Dank Nachdruck verleihen möchten – nicht vorher.

Das Geschenk für Führungskräfte

Geldpräsente sind tabu für die Chefin und den Chef. Überreichen Sie stattdessen ein kleines Weihnachtsgeschenk als stilvolle Art, auf gleicher Augenhöhe Ihren Dank zu zeigen.

U

Umgangsformen im Restaurant

Bei keinem anderen Bereich assoziieren Menschen so stark gutes Benehmen wie beim Essen. Tischmanieren haben somit auch bei Geschäftsterminen eine große Außenwirkung und gelten als Indiz für Noblesse und eine gute Erziehung. Dabei sind sie aber zugleich ein häufiger Stolperstein – besonders für Geschäftspartner in spe.

Aber sind die Umgangsformen des Freiherrn von Knigge noch in der ursprünglichen Form für Geschäftsessen relevant?

1. Der Herr umsorgt die Dame?

Alte Regel:
Früher war der Herr für das Wohl der Dame verantwortlich.

Neue Empfehlung:
Damen und Herren kümmern sich gleichermaßen um das gegenseitige Wohl. Entscheidend ist, ob sie sich in der Gast- oder Gastgeberrolle befinden. Heutzutage kümmert sich somit auch eine Frau, z. B. als Gastgeberin, um das Wohl ihrer Gäste: Sie ist beim Ablegen der Mäntel behilflich, bietet ihren Gästen die Plätze an, gibt Tipps bei der Bestellung. Im Zuge der Emanzipation ist sowohl für Damen und Herren als auch für Kinder auf dem „Sockel der Ehre“ Platz. Je nach privater oder beruflicher Situation entscheidet der Herr, ob und welche Kavaliersgesten angemessen sind. Dabei nimmt er auf die Wünsche der Dame Rücksicht.

2. Führt ein Kellner zum Tisch, geht der Gastgeber zuletzt?

Alte Regel:
Kellner und Gastgeber bilden eine Eskorte und nehmen den Gast auf dem Weg zum Tisch schützend in die Mitte. Dies ist allerdings nur sinnvoll, wenn der Gästekreis klein ist. Steht der Einladende hinter seinen Gästen, kann er nicht Regie führen, Plätze anbieten oder beim Platznehmen behilflich sein.

Neue Empfehlung:

Der Gastgeber entscheidet situativ, ob er nicht besser vorgehen sollte. Geleitet kein Kellner zum Tisch, geht er – unverändert – vor und seine Gäste folgen.

3. Die Hände gehören auf den Tisch?

Alte Regel:
Früher galt es als höflich, die Hände während einer ganzen Mahlzeit auf dem Tisch zu lassen. Das Signal war: Ich führe nichts Böses im Schilde. Internationale Gepflogenheiten sind jedoch anders: In vielen Ländern ruht die Hand im Schoß, wenn sie gerade nicht gebraucht wird, im arabischen Raum gilt die linke Hand sogar als unrein. Wer es angenehm findet, die Hand unter den Tisch zu nehmen, schränkt das Wohlbefinden seiner Mitmenschen nicht ein. Es spricht also nichts dagegen, diese Regel zu lockern.

Neue Empfehlung:
Es ist kein Fauxpas, die Hände zwischen den Gängen in den Schoß zu legen.

Guten Appetit!

V

KartenSpiel

GDIC Business Knigge

Sollte man Visitenkarten wie einen Streuartikel verteilen, damit sich der Umsatz zumindest für die Druckereien erhöht? „Vorsicht“ mahnt der Business Knigge von Global Division, weil man damit ganz schnell verschiedene Punkte der Etikette verletzt und unter Umständen nicht nur seinen Kunden oder Gastgebern auf die Füße tritt.

  • Auch heute noch übereicht der Gast zuerst seine Visitenkarte, erst danach ist der Besuchte an der Reihe.
  • Der Kartentausch steht am Anfang jeden Treffens. So wissen alle Beteiligten, mit wem sie es zu tun haben.

Aber was tun auf neutralem Boden?

Zufällige Begegnung im Foyer, das Treffen auf einer Messe oder an einem anderen neutralen Ort: Wer lässt als erster die „Katze aus dem Sack“ und verrät per Visitenkarte Namen, Rang und Unternehmenszugehörigkeit?

  • Ganz klar: Der Kunde ist auch in diesem Fall König und steht mit dem Gastgeber aus dem viktorianischen England auf einer Stufe. Er soll zuerst erfahren, wer sein Gegenüber ist.
  • Gleiches gilt für den Ranghöheren: Ihm gegenüber stellt man sich persönlich oder mit der Visitenkarte vor oder – noch besser – lässt sich bei Zweifeln jeder Art von einem Dritten vorstellen. Grundsätzlich übernimmt also derjenige Kollege die Vorstellung, der den Kunden oder Gastgeber bereits kennt – und schafft damit eine gute Gelegenheit, die Visitenkarten gleich hinterher zu schieben.

Alles zu seiner Zeit

Damit die Gefahr von lästigen Akquisitionsanrufen den vertrauensbildenden Maßnahmen bei einem Erstkontakt nicht im Weg steht, sollte man es mit der Geschwindigkeit beim „Datenaustausch“ nicht übertreiben. Es ist kein Sport, einem potentiellen Kunden möglichst schnell die Visitenkarte aus der Tasche zu ziehen – sondern eine Entscheidung, die man abwarten sollte. Ergibt sich im Gespräch der Wunsch, tatsächlich in Kontakt zu bleiben, sind einige erläuternde Worte angebracht – zum Beispiel:

  • „Wenn Sie zu diesem Thema noch Fragen haben sollten, können Sie mich gerne kontaktieren. Hier ist meine Karte.“
  • „Ich werde klären, was sich da machen lässt. Ich gebe Ihnen gern meine Kontaktdaten. Wenn es für Sie bequemer ist, kann ich mich bei Ihnen melden.“
  • „Ich kann Ihnen vielleicht behilflich sein, eine Lösung für das Problem zu finden … Hier ist für alle Fälle meine Karte.“
  • „Es würde mich freuen, wenn wir in Kontakt bleiben. hier ist meine Karte.“

Versprecher

Unter Handwerkern heißt es: „nach ganz fest kommt ganz lose“. Wenn man etwas besonders richtig machen will, wird es manchmal ganz besonders falsch. Das kann dann sehr lustig werden, etwa bei der Aussprache mancher Speisen und Getränke.

Uns Deutschen fällt es besonders schwer, den Gegenüber nicht auf einen Fehler aufmerksam zu machen. Nicht, wie von den europäischen Nachbarn gerne behauptet, weil wir unbedingt zeigen wollen, dass wir es besser können. Vielmehr wollen wir helfen es besser zu machen – es ist quasi eine besondere Art der Hilfsbereitschafft. Ist doch so, oder?Die Liste möglicher Versprecher ist lang.

Latte mattschiato und Latte matschato
Der Latte macchiato spricht sich nicht wie Cappuccino. Der Unterschied ist das „h“ zwischen „c“ und „i“ und das macht aus dem „tschi“ des Cappuccino ein echtes, hartes, deutsches „k“.
Richtig ausgesprochen heiße es: Latte makkiato

Gnotschi und Knocki
Gnocchi  – die Aussprache des „ch“ vor einem „i“ wurde schon geklärt, siehe oben. Im Italienischen ergeben die Buchstaben „g“ und „n“ zusammen einen Laut, der wie „nj“ in Banjo klingt. Übrigens ist Gnocchi bereits der Plural, niemand serviert die kleinen Knödel einzeln, das wäre dann ein Gnocco. Knockis ist also doppelt falsch.
Richtig wird es so ausgesprochen: Njokki

Prosätscho
Prosecco – ein Klassiker, bei dem die bewusst falsche Aussprache bei jeder Party zum guten Ton gehört. Im Italienischen spricht man ein „c“ vor einem „o“ als „k“ aus. Wer dabei möglichst italienisch klingen möchte, schenkt dem Wort ein rollendes „r“ und ein scharfes „s“. Der Duden meint übrigens, dass Prosecco inzwischen so weit eingedeutscht ist, dass man auch Proseccos sagen könnte, ohne sich zu blamieren. Korrekt wäre Prosecchi – Ihre Wahl.
Richtig wird es so ausgesprochen: Pro-ssekko
Und Pro-sekki (oder eben Pro-ssekkos)

Expresso
Espresso  – noch so ein Klassiker, gerne auch in den Varianten „zwei Expressis“ oder „zwei Expressos“ verwendet. Verbannen wir das „x“ und ersetzen es durch ein „s“. Espresso, schon besser. Sie können auch „un caffè“ bestellen und bekommen trotzdem einen Espresso. Das ist die gängigere Bezeichnung beim Profi-Italiener.
Richtig wird es so ausgesprochen: Ess-presso

Schiabatta oder Tschiabatta
Ciabatta  – ja, nicht nur die deutsche Sprache hat so ihre Tücken. Das „Ci“ zu Beginn wird gesprochen wie in „ciao“, das nicht „tschiao“, sondern „tschau“ gesprochen wird.
Richtig wird es so ausgesprochen: Tscha-batta

Tackliatelle
Tolle Nudeln, diese Tagliatelle. Bei der Aussprache bitte alles Kantige weglassen, denn das „g“ wird ganz weich, wenn es sich an ein „l“ schmiegt. Genau genommen verschwindet es. Ein „g“ und ein „l“ ergeben zusammen den Klang „lj“.
Richtig wird es so ausgesprochen:Talja-telle

Gute Karten

GDIC Business Knigge

Wären die Visitenkarten in westlichen Ländern aus Kunststoff, könnte man sie im Winter wenigstens als Eiskratzer benutzen. Doch obwohl unsere chinesischen und japanischen Geschäftspartner sich ebenso über Outlook, iPhones und Blackberrys finden, hat das durchschnittlich 55 mal 85 Millimeter kleine Stückchen Karton dort eine viel größere Bedeutung.

  • Übergeben Sie die Visitenkarte immer mit beiden Händen und nennen dabei zusätzlich Ihren Namen.
  • Lesen Sie eine Visitenkarte sofort durch, die Sie von Ihrem Gegenüber erhalten zu haben. Es ist nicht unhöflich, den Betreffenden diesen kleinen Augenblick warten zu lassen – aber es wäre unhöflich, dies nicht zu tun.
  • Auf keinen Fall sollten Sie Ihre Notizen auf die Karte kritzeln, weil dies als völlig respektlos empfunden wird.
  • Stecken Sie die Visitenkarte nicht sofort, sondern erst nach einiger Zeit ein.
  • Eine Visitenkarte einfach in der Hosen- oder Jackentasche zu „versenken“, wird in China, Japan und weiteren Ländern als despektierlich empfunden. Suchen Sie einen Aufbewahrungsort, der Wertschätzung für Ihr Gegenüber ausdrückt.

Die Visitenkarte – das unbekannte Wesen

Die Visitenkarte

Sie glauben. Sie wissen alles über den korrekten Gebrauch der Visitenkarte? Weit gefehlt! Wie bei fast allen kulturellen Ritualen gibt es weltweit ganz unterschiedliche Auslegungen gewohnter Verhaltensweisen.

Bei uns hat es hat sich eingebürgert, dass vor Beginn der Besprechung eine Visitenkarte überreicht wird, aus der man die korrekte Schreibweise des Namens ersehen kann und die vorzüglich als Gedächtnisstütze dient.

Die Visitenkarte darf keinesfalls irgendwelche Beschädigungen aufweisen. Als Empfänger wirft man einen interessierten Blick auf die Karte, ehe man sie wegsteckt und später vielleicht die Daten in sein digitales Adressbuch überträgt.

Die Visitenkarte im Ausland

Was in Deutschland als „korrekt“ gilt, kann international ein echter Fauxpas sein. So ist der Austausch von Visitenkarten in China und Japan schon fast eine Art Zeremoniell. Übergeben Sie die Karte immer mit beiden Händen, Druck nach oben, so dass das Gegenüber sie sofort lesen kann. Achten Sie auf hochwertige Visitenkarten und legen Sie die erhaltene vor sich auf den Tisch und stecken sie erst am Ende des Gesprächs ein. Bitte auf KEINEN Fall Notizen auf der Visitenkarte machen. Das gilt als absolut respektlos.